Stromerzeugung als Nebenverdienst

Niedersachsen bundesweit führend bei Energieerzeugung aus Biomasse

Die in Niedersachsen aus Biomasse erzeugte Strommasse entspricht etwa der Menge eines großen Kohlekraftwerkes. Diese Art der Energieerzeugung stellt für viele Landwirte eine zusätzliche Einnahmequelle dar. Mithilfe neuster Entwicklungen könnte Biogas künftig auch direkt ins Gasnetz eingespeist werden.

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Garbsen (ddp/sm) - Niedersachsen ist bei der Stromerzeugung aus Biomasse bundesweit führend. Rund 600 Biomasseanlagen in Niedersachsen produzieren rund 40 Prozent des in Deutschland auf diese Weise erzeugten Stroms, etwa 300 Megawatt. "Das ist die Jahresproduktion eines großen Kohlekraftwerkes", sagt GerdHöher, Referent für nachwachsende Rohstoffe beim niedersächsischen Ministerium für den ländlichen Raum. Dennoch betrage der Anteil der Biomasse an der gesamten Energieproduktion nur vier Prozent.

Die Energieerzeugung durch Biomasse stellt mittlerweile für viele Landwirte eine zusätzliche Einkommensquelle dar. "Was anfangs für einzelne Landwirte der eigenen Energieversorgung diente, ist ein lukrativer Wirtschaftszweig geworden", sagt Dominik Maier vom Ministerium für den ländlichen Raum. "Wir sprechen da vom Energiebauern." Nach dem Energie-Einspeisungs-Gesetz (EEG) bekomme der Landwirt für Strom, den er ins öffentliche Netz einspeist, eine Vergütung - und die lohne sich.

Niedersachsen habe mit "3N" (Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe) ein Kompetenzzentrum für Energie aus Biomasse eingerichtet. Die Wirtschaft arbeite zudem an neuen Entwicklungen. Demnach soll Biogas zukünftig direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Auch könne aus Biomasse Benzin und Diesel hergestellt werden.

Der Garbsener Landwirt Volker Tegtmeyer verfolgt noch andere Ziele mit seiner Biogasanlage. Er will die Wärme, die zusätzlich zum Strom erzeugt wird, kostenlos den Bürgern seines Stadtteils Heitlingen zur Verfügung stellen. "Wir können etwa 70 Häuser mit Wärme versorgen", sagt er. Die Bürger müssten im Gegenzug den Bau der Wärmeleitungen übernehmen. Ein Arbeitskreis hat sich bereits gebildet. "Aber ob es sich rechnet, müssen wir abwarten", sagt Tegtmeyer.