Niedersachsen: Bietergemeinschaft aus Stadtwerken erhält Zuschlag bei Stromausschreibung

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Das Land Niedersachsen wird in den Jahren 2001 und 2002 den Strombedarf für seine Liegenschaften und Gebäude bei einer Bietergemeinschaft niedersächsischer Regionalversorger zentral einkaufen und damit jährlich weitere 7,4 Millionen DM einsparen. Das gab der Niedersächsische Finanzminister Heinrich Aller kürzlich als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung zum Strombezug des Landes bekannt. Seit Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes im Jahre 1998 sei es dem Land damit gelungen, seine jährlichen Stromkosten insgesamt um 21 Prozent zu senken. Bereits in den Jahren 1998 und 1999 konnte die Staatshochbauverwaltung durch Vertragsanpassungen Einsparungen von jeweils rund 5 Millionen DM erzielen.


"Niedersachsen ist das erste Bundesland, dass seinen Strombedarf gebündelt und zentral ausgeschrieben hat", erklärte Aller. Das Land habe dabei auf Erfahrungen aus dem guten fachlichen Austausch mit dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund zurück greifen können. Das Land setze dabei nicht nur auf die größtmöglichen Einsparpotenziale: "Durch den geforderten Energiemix setzen wir auch ökologische Maßstäbe." Niedersachsen wird künftig mit Strom versorgt, der einen Anteil von 24 Prozent aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung und von 4 Prozent aus regenerativen Energieträgern beinhaltet. Zudem zeigte sich Aller erfreut darüber, dass eine Gemeinschaft aus niedersächsischen Unternehmen das wirtschaftlichste Ergebnis vorgelegt hatte: "Der Auftrag bleibt im Land, weil die niedersächsischen Bewerber mit ihrem Angebot die Nase vorn hatten. Das ist ein gutes Signal." Zur Bietergemeinschaft gehören die Stadtwerke Hannover, die AVACON, die EWE, die EAM und die Braunschweiger Versorgungs-AG.


Durch den neuen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren würden für die Abnahmestellen des Landes identische Vertragsbedingungen und eine übersichtlichere, reduzierte Preisstruktur erzielt, betonte der Finanzminister. Dies ermögliche es dem Land, weitere Einsparpotenziale zu nutzen. Zusammen mit der Reduzierung der vorher über 70 Vertragspartner mit rund 2300 Einzelverträgen auf einen einzigen Vertragspartner eröffneten sich beachtliche Synergieeffekte. "Das gesamte Projekt Strombezug unterstreicht den Willen der Landesregierung zu einer langfristigen, zukunftsorientierten und ökologischen Gestaltung der Energiebezüge des Landes", sagte Aller. Auf Basis der Erfahrungen mit der Anwendung des neuen Vertrages solle für 2003 eine erneute Ausschreibung durchgeführt werden.