Rückenwind für Energiewende

Niedersachsen beschließt Aktionsprogramm zu Offshore-Windenergie

"Meilenstein zum Ausbau der Windenergie an der Nordseeküste": Das niedersächsische Landeskabinett will potenzielle Windenergie-Offshore-Standorte in der niedersächsischen 12-Seemeilen-Zone zur Diskussion stellen, um ausreichende Erfahrung in geringen Wassertiefen zu sammeln.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Das niedersächsische Landeskabinett hat in dieser Woche ein "Aktionsprogramm zur Planung von Windenergiestandorten im Offshore-Bereich" beschlossen und damit eigenen Einschätzungen zufolge "einen Meilenstein zum Ausbau der Windenergie an der Nordseeküste gesetzt". Das Entwicklungspotenzial für das Bundesland Niedersachsen in diesem Bereich sei "riesig", sagte Ministerpräsident Sigmar Gabriel. Wirtschaftsinstitute gingen davon aus, dass bis zu 15.000 neue Arbeitplätze an der Küste entstehen könnten. Zudem würden bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 20 Milliarden Euro investiert, davon in Niedersachsen etwa 8,5 Milliarden Euro.

"Schon jetzt sind die niedersächsischen Windkrafthersteller bundesweit führend", so Regierungschef Gabriel. Ihr Anteil am bundesdeutschen Windkraftmarkt betrug in diesem Jahr 65 Prozent. Von den etwa 35.000 Beschäftigten in der deutschen Windkraftbranche arbeiten etwa 10.000 in Niedersachsen. Die niedersächsischen Windkraftanlagen erzeugen etwa 2.600 Megawatt an Strom, das entspricht knapp einem Drittel der bundesweiten Windenergieleistung. Mit dem Aktionsprogramm nutze Niedersachsen seine natürlichen Standort- und Konkurrenzvorteile, betonte Umweltminister Wolfgang Jüttner.

Mit der Auflage des Aktionsprogramms hat sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt, potenzielle Windenergie-Offshore-Standorte in der niedersächsischen 12-Seemeilen-Zone zur Diskussion zu stellen, um ausreichende Erfahrung in geringen Wassertiefen zu sammeln. Dabei soll aber ausreichend Rücksicht genommen werden auf andere öffentliche Belange, beispielsweise Schifffahrt, Tourismus und Naturschutz. Eignungsgebiete sollen etwa nordwestlich von Borkum und östlich von Wangerooge ausgewiesen werden. Der größte Teil der Flächen soll allerdings als Ausschlussflächen für die Windenergienutzung dargestellt werden.

Zugleich will die Landesregierung mit der Förderung der Windenergie einen wichtigen Beitrag zur Strukturverbesserung an der niedersächsischen Nordseeküste sowie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze leisten. Das Wirtschaftsministerium ist beauftragt worden, ein Konzept zur Erhöhung der Offshore-Tauglichkeit der niedersächsischen Häfen zu erarbeiten. Dabei sollen vor allem die Entwicklungsperspektiven für Cuxhaven und für den Emder Hafen untersucht werden.

Im Rahmen der Verantwortungspartnerschaft des Landes mit Cuxhaven wird die Landesregierung darüber hinaus bereits vorhandene privatwirtschaftliche Initiativen in Cuxhaven durch die Bereitstellung von Optionsflächen zur Unternehmensansiedlung unterschützen. Sie ist darüber hinaus bereit, den Aufbau eines ingenieurwissenschaftlichen Wind-Offshore-Kompetenz-Centers in Cuxhaven zu prüfen. Das Wirtschafts-, das Wissenschafts- und das Umweltministerium erarbeiten dafür bis Ende September dieses Jahres ein Konzept.