Neuer Projektpartner

Niederländisches Unternehmen soll an Ostsee-Pipeline mitbauen

Das niederländische Unternehmen Gas-Unie soll sich am Bau der geplanten Erdgasleitung durch die Ostsee beteiligen. Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow sagte der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe), die ersten Gespräche dazu seien in Amsterdam in einem sehr positiven Klima verlaufen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Gas-Unie wäre neben dem russischen Gasriesen Gazprom und den beiden deutschen Konzernen BASF und E.ON das vierte Unternehmen, das sich an der geplanten Erdgasleitung beteiligt.

Danach würde Gas-Unie neun Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen NEGP übernehmen, das die Leitung bauen soll, schrieb die Zeitung. Weil Gazprom weiter die Mehrheit von 50,1 Prozent an der NEGP halten wolle, würden sich die bislang bei je 24,5 Prozent liegenden NEGP-Beteiligungen von E.ON und BASF um je 4,5 Prozent reduzieren. Entsprechend niedriger wäre dann der Finanzaufwand, den die deutschen Konzerne für den Bau der 1200 Kilometer langen Gas-Pipeline aufzubringen hätten. Die Kosten des Projekts sollten 4,6 Milliarden Euro betragen. Im Endausbau soll die Leitung mit zwei Rohrsträngen eine Transportkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewährleisten.

Kuprijanow sagte, die Niederländer wollten Gazprom im Gegenzug für die Beteiligung an dem NEGP-Projekt den Einstieg bei der Balgzand-Bacton-Line (BBL) ermöglichen. Diese Gas-Pipeline verbindet die Niederlande mit Großbritannien, so dass Gazprom dann über sie den direkten Pipeline-Zugang zum als langfristig äußerst lukrativ eingeschätzten britischen Gasmarkt erweitern würde. Damit kämen die Russen ihrem Ziel näher, sich verstärkt im westeuropäischen Gas-Endkundengeschäft zu engagieren.