Testergebnis

Nicht jeder Ökostromtarif nutzt wirklich der Umwelt

Dass nicht jeder Ökostromtarif auch wirklich der Umwelt dient, berichtet die Zeitschrift "test" in ihrer neuen Februar-Ausgabe nach der Untersuchung von insgesamt 19 Angeboten. Nur in zwei von drei Fällen zeigt sich demnach auch ein Nutzen für die Umwelt. Manche Ökostromanbieter verkaufen zusätzlich auch Atom- oder Kohlestrom.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Der Umweltnutzen entsteht erst, wenn der Ökostromtarif konventionellen Strom vom Markt verdrängt, der Anbieter also den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringt.

Ökostrom plus Atom- und Kohlestrom

Nur 13 der 19 untersuchten Ökostromtarife sorgen laut "test" dafür, dass die Anbieter zum Beispiel in neue Wind- oder Wasserkraftanlagen investieren. Wer zudem möchte, dass sein Geld nicht an ein Unternehmen geht, das auch Atom- und Kohlestrom verkauft, sollte sich an einen unabhängigen Ökostromanbieter halten. Das ist nur bei vier der geprüften Anbieter der Fall. Dennoch gibt es nach Angaben der Experten auch bei konventionellen Energieversorgern Tarife, die ein sehr starkes oder starkes ökologisches Engagement des Anbieters erkennen lassen. Sieben engagieren sich hingegen nur schwach.

Ökostrom ist oft günstiger als Atomstrom

Ökostrom ist laut Stiftung Warentest sogar häufig günstiger als Normalstrom. Wer noch nie seinen Stromtarif gewechselt hat, steckt in der Grundversorgung, dem meist teuersten Tarif. Im Januar 2012 zahlt eine Familie mit 4.000 Kilowattstunden Stromverbrauch im Grundversorgungstarif des örtlichen Stromanbieters im Schnitt 1.046 Euro - für einen Ökotarif mit Gütesiegel dagegen nur 1.010 Euro.

Tarifrechner filtert Ökostrom auf Wunsch heraus

In unserem Stromtarifrechner haben Sie die Möglichkeit, sich nur Anbieter von Ökostrom anzeigen zu lassen. Zudem bieten wir eine Übersicht an, welche Gütesiegel konkret welche Versprechen beinhalten - und worauf man dabei achten sollte.

Quelle: AFP