Handelsblatt-Jahrestagung

Newcomer: Deutscher Energiemarkt braucht neutrale Aufsicht

Das Ziel eines effizienten Marktes seien gleiche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer und dabei insbesondere transparente Netznutzungsentgelte sowie Preise für Tarifkunden basierend auf einer klaren Kalkulation, forderte van Son in seiner Rede auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energie, die derzeit in Berlin stattfindet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Der deutsche Energiemarkt benötigt für einen funktionierenden Wettbewerb und für eine liberale Weiterentwicklung eine neutrale, wirksame Aufsicht. Zu dieser Einschätzung gelangte Paul van Son, neuer Sprecher der Geschäftsführung der Deutsche Essent GmbH, Düsseldorf, der deutschen Holding des führenden niederländischen Energieversorgers Essent N.V., gestern in seiner Rede auf der Handelsblatt-Jahrestagung.

Die ab Juli diesen Jahres arbeitende Regulierungsbehörde habe die Aufgabe, Grundsätze für das künftige Verhalten der Marktteilnehmer vorzugeben und damit den Rahmen für einen funktionierenden Wettbewerbsmarkt in der Energiewirtschaft abzustecken. Damit könne das bisherige Kontrollverfahren des Bundeskartellamtes, das eine ex-post Missbrauchsaufsicht darstelle, abgelöst und somit deutlich verbessert werden, führte van Son aus.

Das Ziel eines effizienten Marktes seien gleiche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer und dabei insbesondere transparente Netznutzungsentgelte sowie Preise für Tarifkunden basierend auf einer klaren Kalkulation, forderte van Son in seinem Statement. Grundlage dieser Forderungen bilden Erfahrungen von Essent als Newcomer auf dem deutschen Markt. "Wir stellen zum Beispiel fest, dass die Stromangebotspreise der regionalen Anbieter häufig unter dem aktuellen Preisniveau des Handelsmarktes liegen und führen dies möglicherweise auf das fehlende Unbundling bzw. mögliche Quersubventionierungen zurück." Außerdem seien im internationalen Vergleich die Netznutzungsentgelte teilweise überhöht und die Investitionsmöglichkeiten im Stromenergiegeschäft zu wenig transparent.