Ergeizige Ökostrom-Pläne

New York: Windräder auf Wolkenkratzern?

Der Big Apple soll grüner werden: Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg will einem Bericht von Spiegel Online zufolge Windräder auf Wolkenkratzern, Brücken und vor der Küste bauen. Experten warnen jedoch davor, da die Hochhäuser diese Last angeblich nicht tragen können.

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New York (red) - Welche Wolkenkratzer und Brücken Bloomberg dafür in Frage kämen, sei noch unbekannt. Zuerst müssten die Behörden mit den Eigentümern herausfinden, welche Gebäude sich für die Installation von Windkraftanlagen am besten eignen würden. Bekannt sei, dass man sich für die Küstenstandorte bereits Abschnitte von den Stadtteilen Queens, Brooklyn und Long Island im Blick habe.

Bloombergs Ziel sei es, dass in den nächsten zehn Jahren zehn Prozent des Stroms für die Stadt aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dazu hat er Firmen aufgerufen, bis zum 19. September ihre Ideen einzureichen, wie man New York bis 2030 ökologischer machen könnte.

Brücken und Hochhäuser seien nicht dafür geeignet

Laut Spiegel Online berichtete die New York Times, dass sich Bloomberg bereits mit dem Ölmagnaten Boone Pickens getroffen habe, welcher die weltgrößte Windkraftfarm in Texas bauen will. Windkraft-Experten halten die Pläne des Bürgermeisters allerdings für unrealistisch, da die heutigen Windenergieanlagen der Megawattklasse einen Rotordurchmesser von bis zu 126 Metern haben und Brücken oder Hochhäuser für solche dynamischen Lasten nicht geeignet wären.

Rohit Aggarwala, Direktor des New Yorker Langzeitplanungsbüros, sagte zur New York Times, dass die Turbinen auf Gebäuden kleiner ausfallen würden als Offshore-Anlagen. Man könne sie so klein machen, dass sie von den Leuten für ein Teil des Designs gehalten werden.

Noch zahlreiche Genehmigungen notwenig

Es könnte allerdings Jahre dauern, bis diese Kraftwerke errichtet werden könnten, da man dafür zahlreiche Genehmigungen von Bundes- und Staatsbehörden brauche. Abschnitte der Küstenlinie von New York seien Eigentum des Bundes, wofür man ebenfalls entsprechende Zugangsgenehmigungen benötige.

Laut Bloomberg habe das Land Nachholbedarf. Es werde bis zu 60 Milliarden US-Dollar kosten, 20 Prozent des Stroms der USA mit Windkraft zu erzeugen.

Weiterführende Links
  • Bericht von Spiegel-Online