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Neues Stromnetz: KfW vergibt Darlehen an Indien

Erst 2012 gab es in Indien einen Stromausfall, durch den fast die Hälfte aller Einwohner ohne Strom auskommen musste. Die Netze sind besonders im Sommer häufig überlastet, immer wieder kommt es zu Blackouts. Ein Kredit der KfW soll helfen, die Energieversorgung in Indien zu verbessern.

Indien

Frankfurt am Main (red) – In Indien leben über 1,2 Milliarden Menschen. Erst 2012 brach das Stromnetz im Norden, im Osten und im Nordosten des Landes zusammen. Zur Überlastung des Netzes kam es, weil einige Staaten mehr Strom abgerufen hatten, als ihnen zustand, hieß es Medienberichten zufolge.

300 Millionen Menschen in Indien ohne Strom

"In Indien steigt die Nachfrage nach Strom unaufhörlich. Nach wie vor haben 25 Prozent der Inder, das sind 300 Millionen Menschen, keinen Zugang zu Elektrizität. Deshalb besteht auf dem Subkontinent ein wesentlicher Engpass für ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum und die Verringerung der Armut. Aufgrund der hohen Potentiale von erneuerbaren Energiequellen ist der Ausbau der Stromübertragungsnetze für die alternativen Energien das Gebot der Stunde", sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Darlehen über 500 Millionen Euro

Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hat am Donnerstag mit der indischen Stromübertragungsgesellschaft Powergrid im Auftrag des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen Darlehensvertrag in Höhe von 500 Millionen. Euro für den Bau neuer Stromleitungen abgeschlossen. Das ist der erste Baustein des Projekts zum Ausbau des indischen Stromnetzes, für das die KfW insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stellt. Im Rahmen des Vorhabens wird der Bau von sogenannten "grünen Korridoren" finanziert. Mittels dieser neuen Übertragungsleitungen wird der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom in das öffentliche Netz eingespeist.

Stromnetz-Ausbau in Rajasthan und Tamil Nadu

Gleichzeitig wurden Verträge für den Netzausbau in Rajasthan und Tamil Nadu mit der indischen Regierung unterzeichnet. Mit zwei Darlehen über insgesamt 125 Millionen Euro für die Übertragungsgesellschaften in diesen Bundesstaaten werden Stromleitungen finanziert. Sie verstärken zusammen mit den überregionalen Leitungen der Powergrid das gesamte Netz in Indien. Damit wird zukünftig Strom effektiver transportiert. Das reduziert Netzverluste und verbessert die CO2-Bilanz.

Mehr Ökostrom – weniger CO2

Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am indischen Strommix auf 15 Prozent ausgebaut werden. Damit ginge ein erheblicher Rückgang der CO2-Emissionen einher. Der insbesondere aus Solar- und Windkraft gewonnene "grüne Strom" könne die Endverbraucher aber nur erreichen, wenn ein stabiles und effizientes Übertragungsnetz vorhanden sei, so die KfW. 90 Prozent der erneuerbaren Energiequellen befänden sich in nur sieben Bundesstaaten (Gujarat, Andra Pradesh, Himachal Pradesh, Maharashtra, Karnataka, Rajasthan und Tamil Nadu) und seien weit entfernt von den großen Wirtschaftszentren mit hohem Stromverbrauch. Der Ausbau der Netzinfrastruktur, der zu den ambitioniertesten weltweit zählt, sei deshalb unerlässlich.