50 bis 100 Gigawattstunden

Neues Konzept: Schweiz will Windenergie ausbauen

Gemeinsam mit allen wichtigen Akteuren im Windenergiebereich hat das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) ein Konzept zum Ausbau der Windenergie bis 2010 erstellt. Es nennt die Rahmenbedingungen für Planung und Bau von Windparks und will die Anlagen an akzeptablen Standorten konzentrieren.

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Bern (red) - Bis zum Jahr 2010 soll die Schweiz jährlich 50 bis 100 Gigawattstunden Windstrom produzieren. Dazu hat das Bundesamt für Energie in dieser Woche ein "Konzept Windenergie Schweiz" vorgestellt, das gemeinsam mit allen wichtigen Akteuren im Windenergiebereich erstellt wurde und eine nationale Grundlage für die Entwicklung von Windparks darstellen soll. Es formuliert strenge Realisierungskriterien und nennt 28 bevorzugte Standorte für eine wirtschaftliche Produktion von Windstrom.

Grund für die Erstellung dieses Schriftstücks: Einzelne Kantone, Heimat- und Landschaftsschutzkreise und die Windbranche selbst verlangten nach der Schaffung von kantonsübergreifenden Entscheidungsgrundlagen für die Realisierung von Windparks. Unter Federführung des Bundesamt für Energie (BFE), des Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) und des Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) wurde das "Konzept Windenergie Schweiz" erarbeitet.

Das Konzept nennt die Rahmenbedingungen für Planung und Bau von Windparks und folgt dem Prinzip, Windenergieanlagen an akzeptablen Standorten zu konzentrieren. Zu den Kriterien für die Identifikation guter Standorte gehören das Windaufkommen, der Siedlungsabstand sowie die Verträglichkeit mit Natur und Landschaft (z.B. keine Windturbinen im Wald oder in Schutzgebieten). Kantonen und Gemeinden soll das Konzept als Planungsgrundlage dienen.

In einem GIS-Modellverfahren (GIS: Geographisches Informationssystem) wurden einerseits die optimale Anlagengröße, anderseits Standorte eruiert, welche die vorgegebenen Kriterien erfüllen (96 geeignete Standorte). In einem zweiten Schritt wurde unter Einbezug kantonaler Richtplanungen und bereits bekannter Projekte eine Auswahl getroffen (28 prioritäre Standorte). Ergebnis: Allein an den als prioritär bezeichneten Standorten könnten jährlich über 300 Gigawattstunden Windstrom produziert werden.

Die Kriterien für die Standortwahl von Windparks wurden in einer Begleitgruppe erarbeitet, die sämtliche von der Windenergie betroffenen Akteure vereinigte: Von den erwähnten Bundesämtern über kantonale Fachstellen, Landschaftsschutz- und Umweltorganisationen bis zur Wind- und Elektrizitätsbranche. Ein großer Teil der bevorzugten Standorte befindet sich im Jurabogen. Würden Windparks an den zehn, mit den kantonalen Planungen (Kantone Waadt, Neuenburg, Jura und Bern) übereinstimmenden, prioritären Standorten dieser Region realisiert, könnten knapp fünf Prozent des Strombedarfs mit einheimischer Windkraft produziert werden.

Weiterführende Links
  • - Download des Schweizer Windenergiekonzepts -