Innovativ

Neues Institut soll Erdwärme in Rheinland-Pfalz erforschen

Forschungsprojekte an einem neuen Institut am Bingener Institut für Innovation, Transfer und Beratung sollen u.a. das Aufspüren von Erdwärmevorhaben durch Magnetotellurik, der Aufbau von Wärmenetzen, Wirtschaftlichkeitsstudien zur Nutzung von Erdwärme sowie die Optimierbarkeit von Kühltechniken sein.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Ein neues Forschungsinstitut in Rheinland-Pfalz soll in Zukunft das Aufspüren von Erdwärmevorhaben und deren Nutzung für die Energieversorgung verbessern. Umweltministerin Margit Conrad (SPD) stellte am Dienstag in Mainz das Institut für Geothermisches Ressourcenmanagement vor, das in Kooperation zwischen der Universität Mainz und der Fachhochschule Bingen entsteht.

Die Zusammenarbeit zwischen Geologen und Verfahrenstechnikern sei einzigartig in Europa, hieß es. Das neue Institut wird zunächst zwei fest angestellte Mitarbeiter haben und am Bingener Institut für Innovation, Transfer und Beratung angesiedelt sein.

Das Mainzer Wirtschaftsministerium wies unterdessen die Darstellung zurück, es sei an der Finanzierung des sich neu gründenden Instituts beteiligt. Man habe mit dem Institut und seiner Gründung "nichts zu tun", sagte eine Sprecherin. Am Freitag will das Wirtschaftministerium in einer Auftaktveranstaltung eine eigene Initiative zum Thema Erdwärme starten.

Nach Darstellung Conrads soll das neue Institut Methoden zum Aufspüren von Erdwärmevorhaben, den Aufbau von Wärmenetzen, Wirtschaftlichkeitsstudien sowie die Optimierbarkeit von Kühltechniken erforschen. Das Land fördere diese Vorhaben mit 120 000 Euro, davon kämen 70 000 Euro aus dem Umweltressort und 50 000 Euro aus dem Wirtschaftsministerium, sagte Conrad.

Aus dem Wirtschaftsministerium hieß es dagegen, das Ministerium habe lediglich der TSB Bingen im November 2005 einen Bewilligungsbescheid in Höhe 50 000 Euro ausgestellt, um ein Studienvorhaben zur "Konzeption von Verfahren zur Kühlung beziehungsweise Wärmenutzung bei der geothermischen Stromerzeugung" zu unterstützen. Im Rahmen der Studie sollten Verfahren konzipiert werden, um die bei der geothermischen Stromerzeugung entstehende Abwärme optimal zu nutzen und damit den Wirkungsgrad des geothermischen Prozesses zu verbessern. Dabei handele es sich aber um ein eigenständiges Projekt des Wirtschaftsministeriums und nicht um eine Kooperation mit dem Umweltministerium oder aber ein Projekt des sich neu gründenden Instituts.

Nach Angaben Conrads soll das Institut die gesamten Kapazitäten im Bereich Geothermie vernetzen und dabei mit zahlreichen Firmen sowie dem Landesamt für Geologie und Bergbau kooperieren. Der Gründung müssen noch die Gremien der beiden Hochschulen zustimmen. Erforscht wird aber bereits am Beispiel der 3000-Einwohner-Gemeinde Rülzheim die Energieversorgung einer ganzen Gemeinde über ein Nahwärmenetz zum Festpreis. Conrad unterstrich, Deutschland müsse unabhängiger von fossilen Energieträgern werden. Rheinland-Pfalz sei durch seine Geologie im Oberrheingraben besonders begünstigt. Um bundesweite Referenzregion in Sachen Erdwärme zu werden, müssten aber die Methoden zum Auffinden von Erdwärmevorkommen verbessert und die derzeit noch sehr teuren und riskanten Bohrungen erleichtert werden. Eines der ersten Ziele des neuen Instituts sei deshalb die Entwicklung eines geothermischen Ressourcenatlasses.

Von Gisela Kirschstein