In Schleswig Holstein

Neues Holzheizwerk: Altes Holz sinnvoll verfeuern

Kürzlich wurde in Schleswig-Holstein ein Holzhackschnitzelheizwerk eingeweiht. Über Transportbänder, Schubboden und Förderschnecken gelangen täglich etwa 75 Kubikmeter Holzschnitzel in die Verbrennungsräume. Es gibt zwei Kessel mit Wärmeleistungen von 600 und 1500 Kilowatt. Bei Störungen kann im Notfall auf eine Ölbefeuerung umgestellt werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Henriette Berg, Staatssekretärin im Umweltministerium des Landes Schleswig-Holstein, war kürzlich Gast bei der offiziellen Inbetriebnahme eines Holzhackschnitzelheizwerkes im Kaltenkirchener Ortsteil Moorkaten. Das Nützener Unternehmen Brockmann erstellte dort für etwa 1,3 Millionen Euro einen modernen Wärmeerzeuger. Das Projekt wird von der Energiestiftung Schleswig-Holstein mit knapp 400 000 Euro gefördert.

Die Firma Brockmann besitzt in Moorkaten nahezu 60 000 Quadratmeter Gewerbegrund und betreibt dort einen Metallrecycling-Betrieb. Darüber hinaus gibt es auf dem Gelände sieben Hallen sowie mehrere Bürogebäude, die Firmenchef Heinrich Brockmann an verschiedene Firmen vermietet hat. Alle werden künftig mit der Energie aus dem Holzhackschnitzelheizwerk versorgt. Verfeuert werden dort geschredderte Holzabfälle. Die stellt Brockmann in seinem Recycling-Zentrum in Nützen her. Die Firma ist der größte Altholzverwerter in Schleswig-Holstein. Durch spezielle Trennsysteme wird erreicht, dass nur unbelastetes Material, wie alte Paletten oder Bauholz, in die Verbrennung gehen. Über Transportbänder, Schubboden und Förderschnecken gelangen täglich etwa 75 Kubikmeter Holzschnitzel in die Verbrennungsräume. Es gibt zwei Kessel mit Wärmeleistungen von 600 und 1500 Kilowatt. Bei Störungen kann im Notfall auf eine Ölbefeuerung umgestellt werden.

"Das Pilot- und Demonstrationsvorhaben ist das erste nur mit unbehandeltem Altholz betriebene Heizwerk in Schleswig-Holstein und das einzige, das ein Gewerbegebiet über ein Nahwärmenetz mit Energie versorgt", erläutert Dr. Holger Krawinkel, Vorstand der Energiestiftung Schleswig-Holstein. Für die Stiftung ist das Heizwerk in Kaltenkirchen-Moorkaten eines von über 30 geförderten Biomasseprojekten. "Dafür haben wir seit 1994 etwa vier Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt – also ungefähr ein Drittel unseres bisherigen gesamten Fördervolumens", so Krawinkel weiter. Im Endausbau des Gewerbegebietes wird das Heizwerk eine Wärmeproduktion von 4500 Megawattstunden pro Jahr haben. Hierdurch werden etwa 450 000 Liter Heizöl eingespart. Die Einsparung an Kohlendioxid-Emissionen beträgt etwa 950 Tonnen.