Effizienz steigern

Neues Gutachten: BDI und VIK wollen dynamische Anreizregulierung

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat gemeinsam mit dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft in einem neuen Gutachten drei zentrale Forderungen gestellt. Neben einem Benchmarking, das alle Netzbetreiber miteinander vergleicht, wird die Einführung eines Anreizsystems gefordert, das für Effizienzsteigerung sorgen soll.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

BDI und VIK fordern kräftige Anreize für verstärkte Effizienzsteigerungen mit entsprechenden Kosten- und Preissenkungen bei den Strom- und Erdgasnetzbetreibern. Ein solches dynamisches Anreizsystem auf der Grundlage eines aussagefähigen Effizienzvergleichs aller Netzbetreiber haben die beiden Verbände in einem Gutachten erarbeiten lassen. Die Höhe und die Spreizung der Netznutzungsentgelte hätten sich als wesentliche Hemmnisse für einen stärkeren Strom- und Erdgas-Wettbewerb herausgestellt, wird die Beauftragung des Gutachtens begründet.

Erste zentrale Forderung im BDI-/VIK-Gutachten ist ein Benchmarking, das alle Netzbetreiber miteinander vergleicht. Mit der international bekannten Data-Envelopment-Analyse werden Netzbetreiber identifiziert, die - trotz Berücksichtigung ihrer strukturellen Besonderheiten - teurer sind als andere. Dieser Mechanismus sei dem in der bis Ende 2003 gültigen Verbändevereinbarung Strom verankerten Strukturklassenmodell überlegen, so die Ansicht von BDI und VIK.

Zweite zentrale Forderung ist die Einführung eines Anreizsystems. Je höher die erzielte Effizienzsteigerung, desto größer wird der erzielbare und zu akzeptierende Gewinn des Netzbetreibers. Überdurchschnittliche Kostensenkungen und Produktivitätsfortschritte werden mit überdurchschnittlichen Gewinnen belohnt, während ineffizienten Unternehmen kein Mindestgewinn mehr garantiert wird.

Dritte zentrale Forderung im Gutachten ist die Flankierung dieses Anreizsystems durch Mindeststandards für die Versorgungsqualität, die von den Netzbetreibern einzuhalten sind. Damit könnten - trotz starken Effizienz- und Kostendrucks - Blackouts wie in anderen Ländern vermieden werden, merken die beiden Verbände an.