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Neues EEG: Auswirkungen auf Ökostromprodukte

Vermutlich im August werden die Neuregelungen aus dem EEG in Kraft treten. Das hat auch Auswirkungen auf Ökostromprodukte der Energieversorgungsunternehmen, erläutert der TÜV Süd. So sollten Versorger jetzt insbesondere auf das Doppelvermarktungsverbot und die neuen Herkunftshinweise achten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München (red) - Mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter forciert werden. Die erfolgten Änderungen haben auch Auswirkungen auf Ökostromprodukte, darauf weist jetzt der TÜV Süd hin.

Versorgungsunternehmen könnten nun regionale Ökostromprodukte neu einführen oder bestehende überarbeiten. Dabei sollte insbesondere auf das Doppelvermarktungsverbot (Paragraph 18 EEG) geachtet werden. Falls ein Preisaufschlag für ein Ökostromprodukt verlangt wird, sei dies weiterhin möglich sofern dieser zum Beispiel in einen Förderfonds mündet, aus dem dann neue Anlagen errichtet werden oder ein kreatives Förderprogramm finanziert wird, erläutert der TÜV Süd. Dieses "Fondsmodell" biete Stadtwerken exzellente Chancen, sich den Kunden als lokal engagiertes, kundennahes und umweltbewusstes Unternehmen zu zeigen.

Neu geregelt im EEG sei auch der Herkunftsnachweis für erneuerbare Energien. Möchte zum Beispiel ein Stromanbieter für seine Endkunden nachgewiesenermaßen einen bestimmten erneuerbaren Anteil ausweisen, kann er für die entsprechenden Stromlieferungen (ausgenommen vergüteter EEG-Strom) vom Vorlieferanten Herkunftsnachweise nach Paragraph 17 EEG verlangen. Nachdem nun auch der biologisch abbaubare Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie als erneuerbar gilt (Paragraph 3 EEG) öffne dies auch Möglichkeiten für Müllverbrennungsanlagen diesen Strom als regenerativ erzeugten Strom ausweisen zu lassen.

Für den Kunden ausschlaggebend sind laut TÜV Süd nach wie vor die Transparenz und die Seriosität der Stromangebote. Ein weiterer Schritt in diese Richtung werde künftig auch die Stromkennzeichnungspflicht darstellen, womit entsprechende Herkunftsnachweise dazu dienen, die auszuweisende Stromzusammensetzung präziser angeben zu können.