Offshore

Neuer Windpark soll vor Sylt entstehen

Die Stadtwerke München (SWM) und der schwedische Energiekonzern Vattenfall bauen einen zweiten gemeinsamen Windpark vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Der Offshore-Windpark "Sandbank" soll aus 72 Anlagen bestehen, die zusammen Strom für 400.000 Haushalte liefern sollen.

Offshore-Windkraft© halberg / Fotolia.com

Westerland/München (dpa-AFX/AFP/red) - In der Nordsee vor Sylt soll ein weiterer Windpark entstehen. Vattenfall und die Stadtwerke München haben jetzt die Investitionsentscheidung für den Bau des Offshore-Windparks "Sandbank" (90 Kilometer westlich von Sylt) getroffen, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. Die 72 Windturbinen sollen von Siemens kommen.

Zweites gemeinsames Offshore-Projekt

Baubeginn soll im Sommer 2015 sein. "Sandbank" ist nach "DanTysk" der zweite große Windpark, den das Joint-Venture vor Sylt baut. "DanTysk" mit 80 Anlagen soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Im Park "Sandbank" sollen die 72 Anlagen auf einer Fläche von 60 Quadratkilometern errichtet werden, um künftig Strom für bis zu 400.000 Haushalte erzeugen zu können.

Jeder der Turbinen hat laut Siemens eine Leistung von vier Megawatt, für den Park sind das 288 Megawatt. Gemäß einer Faustformel dürfte der Auftrag damit einen Wert zwischen 400 und deutlich über 500 Millionen Euro haben. Die Summe dürfte eher am oberen Ende der Spanne liegen, da Siemens für fünf Jahre auch die Wartung übernimmt.

EEG-Novelle bringt klare Rahmenbedingungen

Nach der neuen Fassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die am 1. August in Kraft getreten ist, soll die Offshore-Windenergie in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf eine Leistung von 6,5 Gigawatt ausgebaut werden. Gegenwärtig sind 0,6 Gigawatt in Betrieb. Mit dem Gesetz wurden auch die Vergütung des Stroms und die Anbindung an das Stromnetz geregelt. Da diese Fragen zuvor offen waren, war es für Energiekonzerne und Investoren schwierig, Entscheidungen für neue Windparks treffen. Gegenwärtig sind acht Windparks in Bau, die noch unter den Regelungen des vorherigen EEG entstehen.

Am geplanten Windpark "Sandbank" wird Vattenfall mit 51 Prozent beteiligt sein, die SWM mit 49 Prozent, wie die Unternehmen weiter mitteilten. SWM-Chef Florian Bieberbach erklärte, mit dem neuen EEG gebe es in Deutschland wieder verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in alternative Energien. Beide Unternehmen zusammen investieren ihren Angaben zufolge 1,2 Milliarden Euro in den Windpark.

Die Stadtwerke wollen bis 2025 soviel Ökostrom in eigenen Anlagen erzeugen, wie ganz München verbraucht, wie Bieberbach erklärte. Mit "Sandbank" werde der Ökostrom-Anteil der SWM auf 47 Prozent des Münchner Verbrauchs steigen.