Kurzporträt

Neuer Umweltminister Norbert Röttgen

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion wechselt nun ins Umweltministerium und tritt damit die Nachfolge von Sigmar Gabriel an. Da Union und FDP sich über längere AKW-Laufzeiten im Grunde einig sind, dürften dem neuen Umweltminister heftige Proteste von Umweltverbänden bevorstehen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Vor dem neuen Umweltminister Röttgen stehen harte Wochen. Die anstehende Klimakonferenz Anfang Dezember in Kopenhagen lässt ihm nicht viel Einarbeitungszeit. Die Zuständigkeit für die Energiepolitik bleibt zersplittert zwischen Umwelt-, Wirtschafts- und Forschungsressort. Allerdings sind sich Union und FDP in der Frage der Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke im Grundsatz einig, was das Konfliktpotenzial verringert.

Auseinandersetzen muss sich Röttgen künftig mit Umweltverbänden und den Grünen, die gegen die Atompläne Sturm laufen. Zwar gilt Röttgen als Konservativer, aber auch als offen für Koalitionen zwischen Union und Grünen. Einst gehörte Röttgen in Bonn zu jenen CDU-Jungpolitikern, die sich mit Vertretern der Grünen trafen, was als "Pizza-Connection" bekannt wurde.

Röttgen wurde am 2. Juli 1965 in Meckenheim geboren. Er studierte Jura in Bonn, wo er 2001 promovierte. Der CDU trat er 1982 bei, war zwischen 1992 und 1996 Landesvorsitzender der Jungen Union in NRW und von 2000 bis 2002 Vize der nordrhein-westfälischen Landesgruppe im Bundestag, ehe er seit 2002 rechtspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion wurde.