Umstrittene Projekte

Neuer Streit um Kohlekraftwerk im Saarland

Nach dem Streit um das geplante neue Kohlekraftwerks in Ensdorf gibt es nun eine weitere Diskussion um einen möglichen Kraftwerksneubau am Standort Quierschied. Die Grünen im saarländischen Landtag wiesen Pläne der Steag AG zum Bau eines neuen Kohlekraftwerk am Standort Quierschied-Weiher zurück.

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Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Ein solcher Neubau mache nur Sinn, wenn das bisherige Kraftwerk an diesem Standort abgeschaltet und ein neues mit größtmöglichem Wirkungsgrad errichtet würde, sagte Grünen-Chef Hubert Ulrich. Dazu sei der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung notwendig. Grundsätzlich befürworten die Grünen jedoch die Errichtung kleinerer, dezentraler Anlagen statt der Errichtung von Großkraftwerken, räumte Ulrich ein.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßte die Pläne für den Standort Quierschied derweil als "positives Signal für den Energiestandort Saarland". Moderne Kohlekraftwerke seien erheblich umweltfreundlicher als die bestehenden, heißt es in einer Erklärung der IHK. Jede neue Anlage verbessere die CO-2-Bilanz der Energiewirtschaft insgesamt.

Hintergrund ist ein Bericht der "Saarbrücker Zeitung", nach dem die Steag, eine 100-prozentige Tochter des Essener RAG-Konzerns, überlegt, in Quierschied einen Kraftwerksblock mit einer Leistung von 790 Megawatt zu bauen. Eine Standortentscheidung wolle das Unternehmen "in Kürze" treffen.

Das wäre dann der zweite geplante Neubau eines Kohlekraftwerks im Saarland neben dem umstritten Projekt in Ensdorf. Dort plant der Energieversorger RWE denn Bau von zwei neuen Kraftwerksblöcken mit jeweils 800 Megawatt Leistung.