Abschaltung gefordert

Neuer Leukämiefall in der Nähe von AKW Krümmel

Nach dem Bekanntwerden eines weiteren Leukämiefalls in der Elbmarsch fordern die niedersächsischen Grünen eine endgültige Stilllegung des umstrittenen Atomkraftwerks Krümmel. Ein neunjähriges Mädchen in Horburg, etwa 5,5 Kilometer Luftlinie von Krümmel entfernt, ist an Leukämie erkrankt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Das für nächsten Monat geplante Wiederanfahren des nach einem Störfall seit fast zwei Jahren abgeschalteten Meilers müsse gestoppt werden, sagten der Grünen-Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel und die Lüneburger Abgeordnete Miriam Staudte am Sonntag in Hannover.

Die Grünen-Politiker betonten, der neue Fall, die Erkrankung eines neunjährigen Mädchens aus dem nur 5,5 Kilometer Luftlinie vom AKW Krümmel entfernten Horburg im Landkreis Lüneburg, müsse alarmieren. Es sei unverantwortlich, den Reaktor trotz aller Pannen und ungeklärter Gefährdungslagen einfach weiter zu betreiben. "Der Alptraum muss endlich aufhören", forderte Wenzel.

Mehrere Leukämiefälle in AKW-Nähe

Seit Jahren häufen sich in der Elbmarsch in der Nähe von Geesthacht Leukämiefälle bei Kindern. Bis heute ist ungeklärt, ob die Erkrankungen durch einen atomaren Störfall ausgelöst wurden oder ob es sich um einen Zufall handelt. Umstritten ist auch die Existenz radioaktiver Kügelchen im Boden der Elbmarsch und deren möglicher Einfluss auf die vermehrten Erkrankungsfälle.

Die Kinderkrebsstudie des BfS hatte Ende 2007 eine "signifikante Häufung von Leukämie bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken" festgestellt. In den vergangenen zehn Jahren sind in der Elbmarsch und in Winsen laut Erhebungen mindestens 22 Kinder an Leukämie erkrankt, vier von ihnen starben.