Jahrestagung in Aachen

Neuer KTG-Chef fordert energiepolitisches Gesamtkonzept

Seit gestern diskutieren knapp 1000 Experten auf der 37. Jahrestagung Kerntechnik in Aachen über die Zukunft der Atomenergie. Der neue Chef der Kerntechnischen Gesellschaft, Dr. Peter Fritz, kritisierte den Ausstieg aus der Kernenergie als "ökonomischen und ökologischen Irrweg".

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Aachen (red) - "Die politische Entscheidung aus der Kernenergie auszusteigen, ist ein ökonomischer und ökologischer Irrweg. Das von Bundeskanzlerin Merkel angekündigte energiepolitische Gesamtkonzept, das die Rahmenbedingungen für die nächsten 15 bis 20 Jahre absteckt, ist daher dringend erforderlich." Mit dieser Forderung trat Dr. Peter Fritz sein Amt als neuer Vorsitzender der Kerntechnischen Gesellschaft e. V. (KTG) an.

Der Vorstand des Forschungszentrums Karlsruhe GmbH (FZK) übernimmt den Vorsitz von Dr. Ralf Güldner, der die von Experten der Kerntechnik getragene Gesellschaft seit Mitte 2003 mit großem Engagement und Erfolg leitete. "Wir dürfen uns einiger der uns zurzeit zur Verfügung stehenden Optionen nicht berauben. Damit ist explizit die Kernenergienutzung gemeint. Nur ein ausgewogener Energiemix wird in Deutschland einen Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten", mahnte Fritz bei der Jahrestagung Kerntechnik.

Auch müsse das Forschungsverbot bei der Reaktorentwicklung endlich fallen. Es gelte zu vermeiden, dass Deutschland einen Kompetenzverlust im Bereich der Kerntechnik erleide. Dr. Fritz: "Wir müssen weiter junge Menschen für die Kerntechnik begeistern und gewinnen. Dafür müssen diese aber in der Kerntechnik wieder eine Perspektive sehen."