Technische Superlative

Neuer Kohlehobel: DSK-Forschungspreis für zwei Ingenieure

Den undotieren DSK-Forschungspreis teilen sich in diesem Jahr zwei Ingenieure aus Herten und Reken. Sie haben gemeinsam mit Firmen aus Lünen, Bochum und Essen ein neues Hobelsystem zum effizienten und schonenden Kohleabbau konzipiert und gebaut. Die Leistung gegenüber konventionellen Anlagen wurde verdoppelt.

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Essen (ddp-nrw/sm) - Für eine neue Hobeltechnik zum effizienten und schonenden Kohleabbau haben zwei Ingenieure den diesjährigen Forschungspreis der Deutschen Steinkohle AG (DSK) erhalten. Die Auszeichnung wurde am Montagabend in Essen vor mehr als 200 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik den beiden DSK-Ingenieuren Manfred Bittner (47) aus Herten und Hans-Jürgen Weiß (46) aus Reken (Kreis Borken) überreicht.

Gemeinsam mit Firmen aus Lünen, Bochum und Essen wurde das neue Hobelsystem konzipiert, gebaut und im Einsatz unter Tage auf dem Bottroper Bergwerk Prosper Haniel getestet. Die Hobeltechnik ist laut DSK besonders geeignet für die Gewinnung von Steinkohle in Flözen geringer und mittlerer Mächtigkeit, wie sie in der Lagerstätte der DSK an der Ruhr besonders häufig vorkommen. Mit der neu entwickelten Technik erreichte die DSK eine deutliche Steigerung der Tagesförderung bei halbiertem Aufwand für Wartung und Instandhaltung sowie einer zwei- bis dreifachen Lebensdauer der Anlage.

Die neue Anlage wartet den Angaben zufolge mit technischen Superlativen auf. So wurde die Leistung gegenüber konventionellen Anlagen auf zweimal 800 Kilowatt verdoppelt und die Hobelgeschwindigkeit um 20 Prozent auf 3,6 Meter pro Sekunde erhöht. Das System arbeitet vollautomatisch mit programmierten Geschwindigkeiten und Schnitttiefen und verfügt über modernste Steuerungstechnik.

Neben dem Prototyp wurden inzwischen drei weitere Hobelanlage gebaut, die auf den Bergwerken Prosper-Haniel in Bottrop und Auguste Victoria/Blumenthal in Marl zum Einsatz kommen.