Transaktion

Neuer europäischer Energieriese: Gaz de France und Suez fusionieren

Nach langwierigen Verhandlungen haben die französischen Energieunternehmen Gaz de France (GdF) und Suez den Weg zu ihrer Fusion frei gemacht. Wie die Unternehmen am heut gemeinsam mitteilten, einigten sich die Verwaltungsräte am Sonntag auf einen Zusammenschluss.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (ddp/sm) - Der neue Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 90 Milliarden Euro und einem Umsatz von 72 Milliarden Euro soll den Namen GdF Suez tragen. Vorstandsvorsitzender wird Gerard Mestrallet, der diese Position bisher bei Suez innehatte. Die Transaktion soll "so bald wie möglich im Jahr 2008" abgeschlossen werden.

Die Fusion wird den Angaben zufolge über einen Aktientausch abgewickelt: Suez-Aktionäre erhalten für 22 Aktien 21 GdF-Anteilsscheine. Die operativen Synergien aus der Fusion sollen sich ab 2013 auf jährlich eine Milliarde Euro belaufen. Die Kosten des Zusammenschlusses bezifferten die Unternehmen auf 300 Millionen Euro.

Die Fusion der beiden Energieversorger war bereits im Februar 2006 angekündigt worden und galt der Abwehr einer als feindlich eingestuften Offerte des italienischen Wettbewerbers Enel. Der Zusammenschluss war bisher an der Frage der Bewertung beider Gesellschaften gescheitert. Um einen Zusammenschluss unter Gleichen zu ermöglichen, wird Suez 65 Prozent seiner Wasser- und Entsorgungssparte abgeben und an die Börse bringen. 35 Prozent von Suez Environment sollen aber beim fusionierten Konzern verbleiben. An GdF Suez wird der französische Staat einen Minderheitsanteil von 35 Prozent halten. An GdF hatte Paris einen Anteil von 79,8 Prozent.

Marktteilnehmer reagierten zunächst zurückhaltend auf die Fusion. Zwar sei es positiv, dass sie doch noch zustande gekommen sei. Einen "bitteren Beigeschmack" hat nach Aussagen von Händlern aber die Abspaltung der Wassersparte.