"Meilenstein"

Neuer CO2-Rekordwert in der Atmosphäre

Ein neuer Höchststand des klimaschädlichen CO2 wurde in der Atmosphäre gemessen. Im März wurde erstmals seit Beginn der Messungen die Grenze von 400 ppm überschritten. Der Anstieg soll vor allem auf die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl zurückgehen.

CO2 Emissionen© designeo / Fotolia.com

Washington (dpa/red) - Wissenschaftler haben einen neuen Höchststand beim klimaschädlichen Kohlendioxid in der Atmosphäre registriert. Erstmals seit Beginn der Messungen hat demnach der monatliche weltweite Durchschnittswert der CO2-Konzentration 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Million) überschritten. Dieser Höchstwert sei im vergangenen März gemessen worden, teilte die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Konzentration von CO2 steigt

Bei dem neuen globalen Durchschnittswert handle es sich um einen "signifikanten Meilenstein". "Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Durchschnittswert weltweit 400 ppm erreichen würde", sagte Klimaforscher Pieter Tans. Seit dem vorindustriellen Zeitalter sei die Konzentration des Treibhausgases um mehr als 120 ppm angestiegen. Die Hälfte davon sei nach 1980 hinzugekommen.

Die NOAA misst die weltweite CO2-Konzentration an 40 Orten, etwa von Schiffen aus oder an Küsten abgelegener Inseln. An diesen abgeschiedenen Stellen bekomme man genauere Werte, erläuterte NOAA-Wissenschaftler Ed Dlugokencky.

Wissenschaftler: Die Zeit wird knapp

"Unsere Generation ist die letzte, die die Chance hat, die größten Risiken des Klimawandels abzuwenden und den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten. Das Überschreiten der 400-ppm-Schwelle zeigt, dass die Zeit dafür knapp wird", teilte Christoph Bals von der Umweltorganisation Germanwatch am Donnerstag mit. "Ein klares Signal des G7-Gipfels in Deutschland Anfang Juni für den Ausstieg aus fossilen Energien bis 2050 wäre die richtige Antwort."

Nach Ansicht des Wissenschaftlers Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung bleiben der Menschheit nur noch rund 15 Jahre, um den Klimawandel einigermaßen in den Griff zu bekommen. "Wenn der weltweite CO2-Ausstoß 2030 immer noch steigt, wird es zu spät sein", sagte er kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. "Seit Beginn der Verhandlungen zum Klimaschutz Anfang der 1990er stieg der globale CO2-Ausstoß um 60 Prozent - das ist schon Wahnsinn", betonte der Klimaexperte.

Quelle: DPA