Keine Ato(e)mpause

Neuer Castor-Transport sorgt für Unruhe

Während der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel noch nicht weiß, wie er den letzten Castor-Transport bezahlen soll, steht schon wieder ein neuer an: Morgen soll Atommüll aus Philippsburg, Biblis und Grafrheinfeld zur Wiederaufarbeitung ins französische La Hague gekarrt werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Gegen den für morgen angekündigten Transport von Atommüll aus dem badischen Philippsburg in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague sind am Wochenende mehr als 700 Atomkraftgegner auf die Straße gegangen. Und auch Gorleben kommt nicht zur Ruhe: Wegen eines Zwischenfalls bei der Einlagerung der vor einigen Tagen ins niedersächsische Zwischenlager transportierten Castor-Behälter haben dort etwa 400 Aktivisten demonstriert.


Die Demonstranten in Philippsburg machten mit Trillerpfeifen und Trommeln auf sich aufmerksam, es gab jedoch keine Festnahmen. Diverse Werkzeuge und Zementsäcke wurden allerdings beschlagnahmt. Die Anti-Atomgruppen kündigten für Dienstag u.a. Sitzblockaden an. Morgen sollen erstmals seit 1998 wieder drei Atommüllbehälter von Philippsburg zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich rollen. Verläuft alles planmäßig, werden die Behälter am frühen Dienstagabend in Wörth (Rheinland-Pfalz) zusammen mit Atommüll aus dem bayerischen Grafenrheinfeld und dem hessischen Biblis nach Frankreich geschickt. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind jeweils 2000 Polizei- und Bundesgrenzschutzbeamte einsatzbereit.


Nach wie vor diskutiert wird der letzte Castor-Transport, der Deutschland Ende März in Atem gehalten hat. Während der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) mit Bundesumweltminister Trittin über die einseitige finanzielle Belastung seines Landes reden will, demonstrierten am Wochenende etwa 400 Menschen vor dem Zwischenlager in Gorleben. Weil einer der Castor-Behälter beim Abstellen im Zwischenlager Gorleben warme Luft verloren hatte, versuchten sie mit Sandsäcken auf der zum Lager führenden Straße einen "Strahlenschutzwall" zu errichten.