Regionalisierung

Neue Yello-Preise: Vielverbraucher können sparen (erw.)

Seit Beginn der Woche können Verbraucher auf der Internetseite des Kölner Stromanbieters mittels der Postleitzahleneingabe herausfinden, wie viel Strom von Yello in ihrem Wohnort kostet. Die Redaktion des strom magazin hat das System mit verschiedenen Postleitzahlen gestestet. Ergebnis: Vielverbraucher können sparen, für Wenigverbraucher lohnt sich ein Wechsel zumeist nicht.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Auf der Internetseite der Kölner Yellostrom GmbH können sich interessierte Verbraucher über die seit 1. Februar gültigen Strompreise informieren. Bisher war nur bekannt geworden, dass der jeweils gültige Strompreis vom Wohnort und den dort gültigen Netznutzungsbedingungen abhängt.

Ein Vergleich des strom magazin's hat ergeben, dass die von Yello angebotenen Preise bei einem normalen Stromverbrauch von 3000 Kilowattstunden zum größten Teil über den Sonderpreisen der jeweiligen örtlichen Versorger liegen. Für Vielverbraucher, etwa Familien und Hausbesitzer, lohnt sich ein Stromanbieterwechsel da schon eher.

Beispiel Hamburg: Wer in Hamburg wohnt, zahlt bei Yello 15,87 Cent pro Kilowattstunde plus eine monatliche Gebühr von 7,50 Euro. Regionalversorger HEW bietet den Sondertarif "Future", der pro Kilowattstunde 15,27 Cent und monatlich 5,30 Euro kostet. Bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Jahr kostet der Strom von Yello 44 Euro mehr. Sicherlich darf man hierbei nicht vergessen, dass viele Verbraucher von den Regionalversorgern noch immer mit dem teuren Allgemeinen Tarif versorgt werden. Yello ist zwar günstiger als der Allgemeine Tarif der HEW, die Ersparnis beträgt bei 3000 Kilowattstunden aber lediglich 9 Euro pro Jahr. Nimmt man einen höheren Stromverbrauch, etwa 5000 Kilowattstunden, ergibt der Unterschied zu "Future" 57 Euro, die man bei Yello mehr zahlt.

Beispiel Mainz: Wer in Mainz wohnt zahlt bei Yello 13,91 Cent pro Kilowattstunde und einen Grundpreis von monatlich 8,30 Euro. Die örtliche entega GmbH bietet den Sondervertrag entega premium family für 14,48 Cent pro Kilowattstunde und monatlich 7,47 Euro. Bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden ist Yello 7 Euro günstiger, bei einem Verbrauch von 5000 sparen Yello-Kunden 19 Euro.

Beispiel Köln: Verbraucher in der Kölner Innenstadt zahlen bei Yello 15,20 Cent pro Kilowattstunde und eine monatliche Gebühr von 5,70 Euro. Der Sondertarif "faircolon classic" der GEW RheinEnergie AG kostet 15,01 Cent pro Kilowattstunde und 5,93 Euro monatlich. Bei einem jährlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstunden liegt der GEW-Tarif um 3 Euro unter dem Yello Tarif. Legt man hier den Allgemeinen Tarif der GEW zu Grunde, können Yello-Kunden 13 Euro sparen. Bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden liegt der Yello-Preis um 18 Euro über dem Sonderpreis der GEW.

Beispiel Nürnberg: Yello-Strom kostet hier 13,27 Cent pro Kilowattstunde und eine monatliche Gebühr von 8,10 Euro. Der Sondertarif "Smart M" der N-ERGIE AG kostet 13,9 Cent pro Kilowattstunde und monatlich 6,25 Euro. Bei einem jährlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstunden zahlen N-ERGIE-Kunden 3 Euro weniger. Im Vergleich zum Allgemeinen Tarif, liegt Yello um 8 Euro günstiger. Allerdings muss man hier bedenken, dass die Nürnberger N-ERGIE AG zum 1. April eine Preiserhöhung plant. Bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden zahlen Yellokunden 10 Euro weniger.

Beispiel München: Münchner zahlen bei Yello 13,70 Cent pro Kilowattstunde und 9,30 Euro monatliche Gebühr. Der Sondertarif "M-Kompakt" der Münchner Stadtwerke kostet pro Kilowattstunde 14,90 Cent und monatlich 6,05 Euro und bleibt so bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden um 3 Euro unter Yello. Beim Allgemeinen Tarif spart man mit Yello allerdings 30 Euro. Bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden ist Yello 21 Euro günstiger.

Beispiel Berlin: Yello nimmt hier 15,93 Cent pro Kilowattstunde und 7,10 monatliche Gebühr und liegt damit über den Bewag-Preisen. Wer den Bewag-Sondertarif "Multi-Connect" hat und 3000 Kilowattstunden verbraucht, zahlt 19 Euro weniger als bei Yello. Wer den Allgemeinen Tarif hat, kann mit Yello sogar 8 Euro sparen.

Bleibt abzuwarten, wie gut Yello die neuen Preise vermarktet, in diesem Feld waren die Kölner ja schon immer für eine Überraschung gut. Jetzt heißt es nicht mehr "gelb, gut, günstig" sondern "gelb, gut und erstmal nachfragen, ob günstig".