Verunstaltung der Landschaft

Neue Tagebaue: Pückler-Erben drohen mit Entzug von Namensrecht

Im Streit um neue Tagebaue in Brandenburg droht ein Streit mit Prominenten. Erben des Fürsten Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau drohten für den Fall der Ausweitung von Tagebauen in der Lausitz mit dem Entzug von Namensrechten, berichtet die Zeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Derzeit läuft in der Lausitz unter anderem die Internationale Bauausstellung (IBA) unter dem Namen "Fürst-Pückler-Land". Urgroßneffe Herrmann Sylvius Graf von Pückler sagte: "Wir überlegen, ob wir nicht gegen die Verwendung des Namens vorgehen." Das Gebiet sollte vielleicht lieber "Vattenfall-Land" heißen. Denn der Name Pückler stehe für Landschaftsgestaltung auf Weltkulturerbe-Niveau. Der Name "Fürst Pückler" sei zwar Allgemeingut. Aber "wenn er missbraucht wird, um eine misslungene Rekultivierung zu garnieren, haben wir das Recht hinter uns", betonte der Münchner Unternehmer. Durch die Tagebaue werde "die Lausitz verunstaltet". Denn auch die Rekultivierung ausgekohlter Tagebaue funktioniere nicht richtig. Das sei nur ein "oberflächliches Überdecken".

Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau (1785 bis 1871) war einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts. Er legte unter anderem die Landschaftsparks von Muskau (Sachsen) und Branitz (Brandenburg) an, die zum Weltkulturerbe gehören.

Der Energiekonzern Vattenfall plant den Aufschluss von drei neuen Tagebauen bei Jänschwalde, Spremberg und Bagenz. Bei Bagenz habe seine Familie Wälder und betreibe eine Holzwirtschaft mit 18 Angestellten, sagte der Urgroßneffe. Die Arbeitsplätze seien in Gefahr, da der Wald direkt auf dem geplanten Tagebau liege.

Von den Tagebauplänen sei er überrascht worden. Schließlich habe die Landesregierung 1993 erklärt, dass in Brandenburg keine neuen Tagebaue mehr genehmigt würden. Erst daraufhin habe sich die Familie in der Region engagiert und Wälder, die seit 1701 in Familienbesitz waren, zurückgekauft.