Niedrigere Grenzwerte

Neue Strahlenschutzverordnung tritt in Kraft

Morgen tritt die verbesserte Strahlenschutzverordnung in Kraft. Sie setzt auch europäische Vorgaben um.

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Die von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgelegte Novelle der Strahlenschutzverordnung tritt am morgigen Mittwoch, 1. August, in Kraft. Fast alle Grenzwerte für die zulässige radioaktive Belastung werden darin abgesenkt. Darüber hinaus arbeitet das Bundesumweltministerium derzeit an der Novellierung der Röntgenverordnung. Damit soll das deutsche Strahlenschutzrecht in einem weiteren Bereich modernisiert und den Anforderungen an einen effektiven Gesundheitsschutz angepasst werden.

Die Novelle der Strahlenschutzverordnung stellt den Schutz von Mensch und Umwelt vor radioaktiver Strahlung auf eine neue Grundlage. Zugleich werden europäische Vorgaben umgesetzt. Die Dosisgrenzwerte für die Bevölkerung werden von 1,5 auf 1 Millisievert pro Jahr und bei beruflich strahlenexponierten Arbeitskräften von 50 auf 20 Millisievert pro Jahr abgesenkt. Darüber hinaus wird mit der Absenkung des Monatsgrenzwerts für die Gebärmutter der Schutz ungeborenen Lebens gestärkt. Erstmals wird der Schutz vor natürlich in der Umwelt vorkommenden radioaktiven Stoffen einschließlich kosmischer Strahlung geregelt. Im beruflichen Strahlenschutz verhindern sogenannte Organdosiswerte – zusätzlich zur Absenkung des Grenzwerts für die effektive Dosis – dass einzelne Organe und Körperteile wie Knochen, Nieren und Teile des Atemtrakts höher belastet werden als bislang zulässig.

Erstmals umfassend geregelt wird auch die sogenannte "Freigabe", das heißt die Entlassung von Stoffen aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung. Im Rahmen eines Freigabeverfahrens wird entschieden, wie die unterschiedlich stark kontaminierten Materialien, die zum Beispiel bei Betrieb und Stilllegung von Atomkraftwerken anfallen, umweltgerecht entsorgt werden können.

Der Text der neuen Strahlenschutzverordnung findet sich unter www.bmu.de.