Auf Expansionskurs

Neue Solarzellen-Fabrik von Ersol nimmt in Arnstadt Betrieb auf

Die Ersol Solar Energie AG hat am Freitag in Arnstadt eine neue Fabrik zur Herstellung von Solarzellen in Betrieb genommen. Ersol-Chef Beneking warnte dabei vor einer zu starken Degression bei der Förderung der Photovoltaik. Bundesumweltminister Gabriel verteidigte dagegen die geplante Novelle.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Arnstadt (ddp-lth/sm) - Die ersten Solarzellen aus der nach nur einem Jahr Bauzeit fertiggestellten Fabrik sollen nach Abschluss der Testphase Anfang 2008 das Werk verlassen. Pro Jahr können 70 Millionen Solarzellen auf den vier Fertigungslinien hergestellt werden. Das würde ausreichen, um ein Jahr lang rund 30 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Umwelt werde dadurch um einen Kohlendioxidausstoß im Umfang von rund einer Million Tonnen entlastet. Bereits in naher Zukunft soll voraussichtlich ebenfalls in Arnstadt mit dem Bau einer weiteren Fabrik begonnen werden, wie Ersol-Vorstandschef Claus Beneking sagte. Allerdings sei noch keine endgültige Standortentscheidung getroffen worden.

Ersol verfügt bereits am Stammsitz in Erfurt über eine ähnliche Fabrik zur Herstellung von multi- und monokristallinen Solarzellen. Mit der neuen, für 46 Millionen Euro errichteten Zellfabrik steige die Nominalkapazität im Bereich kristalline Zellen in der Ersol-Gruppe bis Ende 2008 auf 220 MWp, sagte Beneking. Bis Ende 2010 soll die Kapazität auf 400 MWp und bis Ende 2012 auf 500 MWp erweitert werden. Die Zahl der Beschäftigten werde bei voller Auslastung auf 150 Mitarbeiter ansteigen. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe derzeit 740 Mitarbeiter. Bis 2010 soll deren Zahl auf etwa 1000 anwachsen.

Gabriel sagte, die Solarbranche schaffe wie keine andere zukunftsträchtige Arbeitsplätze. In den vergangenen Jahren seien im Bereich erneuerbarer Energien 235.000 Arbeitsplätze entstanden, darunter 40.000 in der Photovoltaik. Die von der Bundesregierung geplante stärkere Degression bei der Förderung sei aber gerechtfertig, da die Solarindustrie in den vergangenen Jahren beträchtliche Produktivitätsfortschritte erzielt habe.

Beneking entgegnete, bei einer Anhebung der Degression auf sieben Prozent jährlich müsste Ersol die Kosten halbieren. Dazu müsste unter anderem die Waferdicke von derzeit 200 auf 100 Mikrometer verringert werden. "Dafür haben wir aber noch keine Lösung", sagte Beneking. Eine darüber hinausgehende Degression wäre "gefährlich und vielleicht nicht zu schaffen". Bis etwa 2015 brauche die Branche verlässliche Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit.