Neue Solarfabrik in Gelsenkirchen

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Die weltweit modernste Solarzellenfabrik hat heute in Gelsenkirchen den Betrieb aufgenommen. Bauherr der neuen Solarfabrik, die zugleich eine der größten der Welt ist, sind die Deutsche Shell AG, Hamburg, sowie die Shell Solar Deutschland GmbH, Gelsenkirchen. Shell wird in das Werk insgesamt mehr als 50 Millionen Mark investieren. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Nordrhein-Westfalen haben das Projekt finanziell unterstützt. Das futuristische Erscheinungsbild symbolisiert auch beispielhaft den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Die Solarzellenfabrik ist Teil des Geschäftsbereichs für Erneuerbare Energien (Shell Renewables) der Royal Dutch/Shell Gruppe. In diesem Geschäftsbereich hat das Unternehmen seine Aktivitäten auf den Gebieten Solarenergie, Biomasse, Windenergie und Forstwirtschaft zusammengefasst.


Das Shell Werk im Ruhrgebiet verfügt zunächst über eine vollautomatische Produktionslinie, die jährlich etwa fünf Millionen Solarzellen mit einer Leistung von insgesamt zehn Megawatt (MW) erzeugen kann. Das entspricht dem Strombedarf von etwa 3.000 Haushalten pro Jahr. Die Jahresproduktion reicht aber auch aus, um beispielsweise jährlich 200.000 Shell "Solar-Home-Systems" herzustellen, die als autonome Insellösungen den Grundbedarf an Strom von Haushalten in abgelegenen Gebieten in Entwicklungs- und Schwellenländern decken können. In der Endausbaustufe, nach Installation der zweiten Produktionslinie, sollen rund 13 Millionen multikristalline Zellen mit einer Leistung von 25 Megawatt jährlich hergestellt und weltweit vermarktet werden. 25 Megawatt reichen aus, um etwa 7000 Vier-Personen-Haushalte vollständig mit Strom zu versorgen.


In der Fabrik, die die Vision von einem europäischen "Solar Valley" ein großes Stück voran bringt, kommt eine vollkommen neu entwickelte Produktionstechnologie zum Einsatz. Ein großer Teil der Produktion ist für den Weltmarkt bestimmt. Einer der Hauptabnehmer wird zunächst die Shell Solar B.V. in Helmond sein. Zudem wurde bereits ein Pilotprojekt mit der Volksrepublik China vereinbart, das mittelfristig in der Lieferung von bis zu 100.000 Solarsystemen für die Innere Mongolei münden kann.


Das Shell Werk in Gelsenkirchen schafft insgesamt mehrere hundert neue Arbeitsplätze, viele davon in vor- und nachgelagerten Produktionsstufen. In der Fabrik entstehen direkt etwa 45 neue Arbeitsplätze. Rund zwei Drittel davon entfallen auf die Fertigung. In der Endausbaustufe werden in beiden Produktionslinien je 15 Menschen beschäftigt sein. Dann sollen in der Anlage im Drei-Schicht-System Solarzellen rund um die Uhr vom Band laufen. Weitere 15 Mitarbeiter werden im Projektmanagement, im Vertrieb sowie im Finanz- und Personalwesen tätig sein.


Dr. Frithjof Kublik, Vizepräsident Shell Solar und zuständig für den Geschäftsbereich Erneuerbare Energien in Deutschland: "Shell hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Endkunden ein komplettes Leistungspaket zu einem fairen Preis anzubieten, das sämtliche Solarsystemkomponenten beinhaltet."


(ots)