Zu hohe Anforderungen

Neue Sicherheitsnormen könnten Aus für alle AKW bedeuten

Die Bundesregierung will die Sicherheitsnormen für die deutschen Atomkraftwerke laut einem Medienbericht so deutlich erhöhen, dass dies zum Aus für alle Akw führen könnte. Selbst neue AKW dürften durch nötige Nachbesserungen nicht mehr wirtschaftlich rentabel sein, hieß es.

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Berlin (afp/red) - Dem ARD-Politikmagazin "Kontraste" liegt nach einem Bericht vom Donnerstag ein bislang geheimes Papier des Bundesumweltministeriums vor, das als Grundlage für Entscheidung der Regierung diente, ein Moratorium über die Verlängerung der Restlaufzeit der Atommeiler zu verhängen.

In dem Dokument werde aufgelistet, worauf die Reaktoren in den kommenden drei Monaten überprüft werden sollen. Die Hürden seien nach Angaben aus Betreiberkreisen so hoch, dass ein völliges Ende des deutschen Atomzeitalters eingeläutet werden könnte. Auch neuere Kernkraftwerke dürften angesichts der Nachbesserungen ihre Rentabilität verlieren.

Hohe Anforderungen an Atomkraftwerke

Der neue Katalog fordert den Angaben zufolge unter anderem hochwasser- und erdbebensichere Atomkraftwerke. Alle erdenklichen Nachrüstungsmaßnahmen müssten die Gefahren eines Stromausfalls besser abwenden. Auch Flugzeugabstürze dürfen demnach keine Gefahr mehr darstellen.

Notstromdieselaggregate, Rohrleitungen und Notstandssysteme müssten verbunkert werden. All diese Maßnahmen müssten "nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik" erfolgen und "unverzüglich" umgesetzt werden, heißt es den Angaben zufolge in dem Papier. "Kontraste" zufolge erfüllt derzeit kein deutsches AKW die neuen Kriterien.

Wende in der Atompolitik

Der langjährige Leiter der Abteilung für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, Wolfgang Renneberg, sprach gegenüber "Kontraste" von einer "unglaublichen Entwicklung". "Solch konsequente Forderungen sind bislang nicht bekannt geworden. Im Gegenteil, das Bundesumweltministerium hat bislang alles getan, um neueste Sicherheitsanforderungen nicht zu stellen."

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