Tipps für Bauherren

Neue Häuser müssen "trockengewohnt" werden

Auch ein ganz neues Haus sollte man noch vor dem Bezug auf Energielecks prüfen. Nach Einschätzung eines Bauherrenverbands haben stolze 70 Prozent der Neubauten Mängel. Nach dem Einzug sollte man die Schimmelgefahr nicht unterschätzen, denn häufig sind die Häuser noch nicht genügend ausgetrocknet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/München (dapd/red) - Von einem neuen Haus erwartet man sich eine energiesparende Dämmung auf dem aktuellen Stand der Technik. Doch nach Einschätzung des Verbandes Privater Bauherren (VPB) haben über 70 Prozent aller Neubauten durch fehlerhafte Planung und handwerklich schlechte Ausführung energetische Mängel. Die Experten raten deshalb nach der Fertigstellung und noch vor Bezug des Hauses zu einer Dichtigkeitsprüfung der Gebäudehülle.

Mit einem Blower-Door-Test zur Luftdichtheitsprüfung und mit Wärmebildaufnahmen könnten Energielecks am Haus ausfindig gemacht und rechtzeitig behoben werden. Bisher würden erst bei der Hälfte aller Neubauten Blower-Door-Tests gemacht. Mittels der Thermografie werde nicht einmal ein Fünftel aller Häuser überprüft.

Neubau kann zur Schimmelfalle werden

Nach dem Einzug sollte man weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen, etwa beim Heizen und Lüften, um Schimmel zu verhindern. Experten zufolge zögen immer mehr Immobilienkäufer schon kurz nach dem Kauf in die neue Bleibe und gäben dem Haus keine Zeit mehr, über mehrere Monate abzutrocknen.

Die im Mauerwerk, dem Putz und Boden gebundene Feuchtigkeit braucht diese Zeit, um zu verdunsten, sagt Robert Anzenberger vom Immobiliendienstleister PlanetHome. Dies könne auch der Einsatz von Entfeuchtern nicht auf wenige Tage reduzieren.

In den ersten Jahren müsse die Immobilie "trockengewohnt" werden, sagt Anzenberger. Regelmäßiges Lüften und stärkeres Heizen seien dabei das A und O. "Oft wird mit Blick auf die gestiegenen Öl- und Gaspreise die Heizung heruntergedreht. Wer jedoch in den ersten Jahren an den Heizkosten spart, spart eindeutig am falschen Ende." Die Temperatur in den Wohnräumen sollte die 20-Grad-Marke möglichst nicht unterschreiten, bei einer relativen Luftfeuchte von 50 bis 55 Prozent. Zur Kontrolle rät Anzenberger zur Anschaffung eines Hygrometers.