Dampf ablassen

Neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage der SWM bald in Betrieb

Die neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) der Stadtwerke München wird ab Herbst dieses Jahres Strom und Fernwärme umweltschonend produzieren. Vor der endgültigen Inbetriebnahme müssen die Dampfleitungen gereinigt werden - und dazu wird Dampf mit einer Geschwindigkeit von mehr als 150 Metern pro Sekunde durch die Rohre geblasen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München (red) - Schrittweise wird derzeit am Standort Heizkraftwerk Süd die neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) der Stadtwerke München in Betrieb genommen. Die wesentlichen Bauteile wurden bereits installiert, jedoch müssen jetzt noch die mehrere Kilometer langen Rohrleitungen hinter der Fassade des Kraftwerksbaus gereinigt werden. Die Rohrreinigung war eigentlich für Juni vorgesehen, musste jedoch durch eine kurzfristig durchgeführte Umstellung des Montageablaufes verschoben werden.

Die Reinigung der Rohre kann mit reinem Wasser erfolgen, doch die Dampfleitungen müssen einer besonderen Prozedur unterzogen werden, um auch die stabileren Anhaftungen aus den Schweißungen der Stahlrohre zu entfernen. Dazu wird Dampf mit einer Geschwindigkeit von mehr als 150 Metern pro Sekunde durch die Rohre geblasen und dann über einen großen Schalldämpfer – der den bei hohen Geschwindigkeiten entstehenden Schall abbaut – ins Freie geleitet. Die Dampfschwaden, die beim Ausblasen entstehen, werden allerdings nicht zu übersehen sein. Sie entstehen durch das Zusammentreffen des heiß-feuchten Dampfes mit der Umgebungsluft.

Voraussichtlich wird das Ausblasen der Rohrleitungen in den nächsten drei bis vier Wochen durchgeführt. Dabei werden zwischen 7 und 20.30 Uhr Dampfwolken über der GuD am Heizkraftwerk Süd aufsteigen. Dies wird anfangs dreimal, später bis zu sechsmal täglich und jeweils bis zu eineinhalb Stunden lang auftreten. Bei den Dampfwolken handelt es sich lediglich um Wasserdampf mit Rostpartikeln oder Schweißperlen aus den Rohren. Der Dampf enthält keine Schadstoffe, die Gesundheit oder Natur beeinträchtigen können. Eine Geruchsbelästigung erfolgt ebenfalls nicht.

Die neue Anlage kostete über 200 Millionen Euro. Sie ist wichtiger Bestandteil der Ausbau- und Modernisierungsoffensive der Stadtwerke München für die Klima schonende Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Ab Herbst 2004 wird die "GuD2-Süd" Strom und Fernwärme umweltschonend produzieren und in das Münchner Netz einspeisen.