Weniger Energie verbrauchen

Neue EU-Energiesparregeln für Gebäude ab 2020

In der EU gelten ab Ende 2020 neue Energieregeln für Gebäude. Neubauten müssten dann sehr hohe Energieeffizienz aufweisen und ihre Energie in hohem Maß aus erneuerbaren Quellen decken, informiert das Europaparlament. Gebäude sollen künftig nicht viel mehr Energie verbrauchen, als sie selbst erzeugen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Im Zuge der Bemühungen um eine Reduzierung der Treibhausgase hat die EU nun auch für Gebäude neue Energiesparregeln beschlossen. Je nach den verwendeten Materialien und Techniken soll ein Schnitt von drei bis fünf Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr erreicht werden, während die bisherigen Durchschnittswerte bei 25 Litern liegen.

Keine festen Werte für Energieverbrauch

Ab Ende 2020 soll es nur noch solche Neubauten geben, "die nicht wesentlich mehr Energie verbrauchen als sie selbst erzeugen (Nahe-Null-Energie-Gebäude)", erklärte der Vorsitzende des Europaparlament-Ausschusses für Industrie und Energie, Herbert Reul (CDU). Konkrete Höchstwerte für den Energieverbrauch enthält das EU-Gesetz nicht. Diese wären gegebenenfalls Sache der Mitgliedstaaten. Zwischen den Gegebenheiten beispielsweise in Finnland und Portugal bestünden schließlich extreme Unterschiede, hieß es aus dem Parlament.

Energieausweis in ganz Europa Pflicht

Zudem sehen die neuen Regeln europaweit Energieausweise für Neubauten, verkaufte und neu verpachtete Häuser vor, die Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz enthalten müssen. Die Ausweise müssten auf den betreffenden Gebäudetyp abgestimmt sein, hieß es aus dem Parlament. Die Ausweis-Regelung soll schon früher in Kraft treten. Informationen wie der durchschnittliche Jahresverbrauch seien für die Ausweise nicht obligatorisch. In Deutschland sind Energieausweise mit Verbrauchsdaten bereits heute Pflicht.

Die Mitgliedstaaten sollen sicherstellen, dass vor Baubeginn die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit "von alternativen Systemen berücksichtigt wird", heißt es in dem Gesetz. Zu den alternativen Systemen zählten Wärmepumpen und dezentrale Energieversorgungssysteme mit regenerativen Energiequellen. Auch bei umfassenden Renovierungen sollen die neuen Energiestandards gelten. Die Mitgliedstaaten müssten die Besitzer durch entsprechende Maßnahmen "ermutigen", alte Heizungen oder Klimaanlagen auszutauschen.

Wohngebäude mit über 500 Quadratmetern

Die derzeit gültige Rahmengesetzgebung stammt von 2002 und betrifft Bauten mit einer Fläche von mehr als tausend Quadratmetern. Die Neuregelung bezieht sich auf alle Wohngebäude und auf alle öffentlichen Bauten mit mehr als 500 Quadratmetern Fläche. Für öffentliche Bauten sollen die Regeln schon ab Ende 2018 gelten. Ausnahmen gibt es beispielsweise für Ferienhäuser und historischen Bestand.

Die neuen EU-Regeln sollen den Klimawandel bekämpfen helfen. Derzeit entfällt der Energieverbrauch in Europa zu rund 40 Prozent auf Gebäude.