Atommüll

Neue Castoren für Gorleben?

Obwohl für Gorleben ein Einlagerungsstopp vereinbart wurde, ließen gleich zwei Aspekte erneuten Wirbel um das Zwischenlager aufkommen. Greenpeace zufolge existierte eine Gesetzeslücke hinsichtlich künftiger Transporte. Der Betreiber weist aktuell sämtliche Spekulationen zurück.

Atomstrom© dasglasauge / Fotolia.com

Hannover (dpa/red) - Trotz des vereinbarten Einlagerungsstopps für Atommüll im Zwischenlager Gorleben rechnete die Umweltorganisation Greenpeace für das kommende Jahr mit einem Castortransport ins Wendland. "Nach derzeitiger Gesetzeslage fällt ein im Jahr 2015 aus La Hague (Frankreich) anstehender Transport nicht unter die Neuregelung des Atomgesetzes", teilte die Organisation unter Berufung auf eine eigene Expertise mit.

Raum für radioaktiven Müll unterschiedlicher Kategorien

In den fünf Behältern befinde sich auch Atommüll einer Kategorie, die nicht unter das novellierte Atomgesetz falle. Das niedersächsische Umweltministerium teilte die Befürchtung nicht und pochte auf einen alternativen Lagerungsort. Gleichzeitig waren mehreren Medienberichten zufolge Berechnungen und Zeichnungen der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE TEC) entdeckt worden, die Möglichkeiten der weiteren Lagerung abzeichnen. So könne auch schwach- und mittelradioaktiver Müll eingelagert werden.

Zu nah an der Atomwirtschaft

Die Skizzen der DBE TEC sind Teil einer "Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben" (VSG). Das zugehörige Gutachten hatte die Gesellschaft für Reaktor- und Anlagensicherheit ab 2010 angefertigt, so die Zeit. Teilstudien zu dem Gutachten wiederum gingen an weitere Unternehmen – darunter auch die DBE TEC. Hier liege auch der Kritikpunkt von Umweltschützern: Die ehemals staatliche DEB gehöre mittlerweile zu den Atomkraftwerkbetreibern und sei damit zu nah an der Atomwirtschaft.

Update: Betreiber weist Gerüchte zurück

Der Gorleben-Betreiber hat Spekulationen über weitere Castor-Transporte mit hoch radioaktivem Atommüll in das Zwischenlager zurückgewiesen. Es sei ausgeschlossen, dass die 21 Behälter mit Abfällen aus England und die fünf Behälter, die Deutschland noch aus Frankreich zurücknehmen muss, nach Gorleben kommen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) am Dienstag.

Quelle: DPA