Millionenprojekt

Neubau des Stauwehrs am Wasserkraftwerk Rheinfelden kann beginnen

Der Aufsichtsrat der Energiedienst AG heute grünes Licht für den Stauwehrneubau am Kraftwerksstandort Rheinfelden gegeben - und derart die erste Etappe auf dem Weg zur Realisierung des deutschlandweit größten Bauvorhabens im Bereich der erneuerbaren Energien eingeleitet. Ende 2007 soll das neue Stauwehr fertig gestellt sein.

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Der Aufsichtsrat der Energiedienst AG (ehemals KWR) hat heute den Baubeschluss für den Stauwehrneubau am Kraftwerksstandort Rheinfelden gefällt. Somit kann termingerecht im Frühsommer dieses Jahres mit einer der größten Baumaßnahmen in Baden-Württemberg begonnen werden.

Damit nicht genug: Der Beschluss ist voraussichtlich die erste Etappe auf dem Weg zur Verwirklichung des deutschlandweit größten Bauvorhabens im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Realisierung des kompletten, rund 400 Millionen Euro teuren Kraftwerksprojekts, sei jedoch von den weiteren politischen Rahmenbedingungen abhängig, heißt es. Vor allem die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) in diesem Jahr werde über die wirtschaftliche Zukunft des Vorhabens "maßgeblich Einfluss nehmen". Derzeit sind Investitionen in den Ausbau der "großen" Wasserkraft von der Förderung nach dem EEG ausgeschlossen - ab einer Leistung von fünf Megawatt greift der Förderstopp.

Gegenwärtig liefen bereits vorbereitende Maßnahmen, heißt es. Der Bau einer neuen Grobrechenanlage am heutigen Krafthaus und die Verlegung der 110 Kilovolt-Freileitung seien bis Juni dieses Jahres abgeschlossen.

Die geplanten Baukosten für das neue Stauwehr belaufen sich auf 65 Millionen Euro. Rechne man die Kosten für die vorbereitenden Maßnahmen hinzu, so ergäben sich für diese erste Bauphase des Kraftwerk-Neubaus Rheinfelden Gesamtkosten in Höhe von etwa 76 Millionen Euro.

Die Fertigstellung des neuen Stauwehrs und somit auch der Abriss des bestehenden 100-jährigen Stauwehrs ist für Ende 2007 vorgesehen. Mit der Realisierung der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen, einem provisorischen naturnahen Fließgewässer und dem Fischpass im Jahre 2008 wäre die erste Etappe des Kraftwerkneubaus abgeschlossen. Das Gesamtprojekt - sprich: der Bau des Maschinenhauses als Bauphase 2 und die Komplettierung der ökologischen Maßnahmen - muss gemäß der erteilten deutschen und schweizerischen Änderungsgenehmigung bis spätestens 2019 realisiert werden.

Die Bauphase 2 könne jedoch auch früher in Angriff genommen werden, so die Energiedienst AG - sofern die entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben seien.