Sensationell

Neuartige Wärmepumpentechnik vor einer "Feuertaufe"

Eine neue Wärmepumpe soll das Abwasser der Erdölraffinerie Emsland zur Energieerzeugung nutzen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Wenn das funktioniert, was sich das Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen, die Universität Gesamthochschule Essen und die Agro Energie aus Meppen vorgenommen haben, könnte ein wesentlicher Klimaschutzbeitrag geleistet werden. Durch den in diesem Leistungsbereich europaweit erstmaligen Einsatz neuartiger Wärmepumpen mit dem ökologisch und sicherheitstechnisch idealen Kohlendioxid als Kältemittel könnten Umweltbelastungen verringert werden, wie sie bei der Verbrennung von 45 000 Litern Heizöl entstehen.


Mit 600 000 Mark fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, diesen Versuch, der nach der Entwicklung und Erprobung eines Prototypen im Hauptgebäude der katholischen Erwachsenenbildungsstätte im Rahmen eines innovativen Energieversorgungs-Gesamtkonzeptes verwirklicht werden soll. Die Abwärme aus industriellen Abwässern würde bisher kaum genutzt, weil sie zumeist nicht ganzjährig parat stehe und das Wasser häufig aggressiv verschmutzt sei, erklärten Wilhelm Pieper und Rainer Knieper von der Agro Energie. Beim Abwasser der Erdölraffinerie Emsland sei das anders, so Helmut Bartsch von der Raffinerie. Es sei qualitativ unproblematisch und stehe das ganze Jahr über mit einer Temperatur von 25 bis 30 Grad zur Verfügung. So sei die Idee entstanden, dieses Wasser für die Energieversorgung des LWH zu nutzen und eine Wärmepumpenanlage von etwa 125 Kilowatt zu installieren, die über ein Diesel-Blockheizkraftwerk angetrieben werde.


Von den einschlägigen Herstellern und Anlagenbauern würden zurzeit serienmäßig noch keine derartigen Wärmepumpenaggregate angeboten, die Einzelteile seien jedoch verfügbar, so Pieper und Knieper weiter. Innovative Kernkomponente sei ein neuartiger Kohlendioxid-Verdichter, der erst seit Anfang dieses Jahres zur Verfügung stehe. Auf dieser Grundlage solle nun in einem ersten Schritt eine Wärmepumpe entwickelt, aufgebaut und an der Universität Essen erprobt werden. Dabei sollten unter anderem Fragen zum Verhalten des Verdichters sowie zur energetischen Verbesserung der Wärmepumpe und regelungstechnischen Einbindung in das Versorgungskonzept des LWH geklärt werden. Verläuft das alles erwartungsgemäß, werde in der zweiten Phase die Energieerzeugung aus Diesel-Blockheizkraftwerk und Kohlendioxid-Wärmepumpe im LWH aufgebaut.