Gas

Netznutzer und Betreiber befürchten Schwächen beim Netzzugangsmodell

Verschiedene unabhängige Gasanbieter und Verbände, etwa bne, VEA und VIK befürchten, dass die Marktöffnung im Gasbereich weitere Jahre verzögert werden könnte. Denn durch "strukturkonservierende Forderungen" würden die bisher positiven Ergebnisse entwertet.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Mehrere Energiewirtschaftsverbände warnen im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Netzzugangsmodells im Rahmen der Liberalisierung des Gasmarktes vor unzureichendem Wettbewerb. "Wir haben den Eindruck, dass es nicht ganz in die Richtung mehr Wettbewerb geht", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Alfred Richmann, am Montag in Berlin stellvertretend für fünf Verbände.

Es bestehe die Gefahr, eine wirkliche Marktöffnung um weitere Jahre zu verzögern, betonten auch der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) und der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA). Bei der Entwicklung eines Netzzugangsmodells für den deutschen Gasmarkt versuchten die Netzbetreiber, ihre Monopolverträge über eine Ausnahmeregelung neben dem gesetzlich geforderten Wettbewerbsmodell bestehen zu lassen. Gerade im Stadtbereich mit den Haushaltskunden würde dadurch ein Wettbewerb verhindert, warnte der bne.

"Wir setzen uns für einen diskriminierungsfreien Gasnetzzugang ein", sagte Gerhard Weissmüller vom europäischen Gasverteilerverband GEODE, der zahlreiche Stadtwerke vertritt. Nach Angaben der europäischen Gashändlervereinigung EFET zahlen deutsche Verbraucher vom Industriekunden bis zum Privatabnehmer jährlich 30 Milliarden Euro für Gas. Diese Kosten könnten durch einen funktionierenden Wettbewerb um fünf bis zehn Prozent gesenkt werden, erläuterte EFET-Sprecher Karsten Weigmann.

Die Bundesnetzagentur stellt am Dienstag in Bonn das Ergebnis ihrer Verhandlungen mit der Energiewirtschaft über ein Gasnetzzugangsmodell vor, das ab 1. Oktober angewendet werden soll. Das Energiewirtschaftsgesetz sieht die Erarbeitung eines entsprechenden Modells bis zum 1. Februar vor. Durch das Netzzugangsmodell sollen die Liberalisierung im Gasmarkt umgesetzt und damit alternativen Anbietern der Netzzugang sowie dadurch mehr Wettbewerb ermöglicht werden.