Keine Entlastung

Netzentgelte sorgen weiter für hohe Strompreise

Die steigenden Durchleitungsgebühren in deutschen Stromnetzen stehen einer spürbaren Senkung der Strompreise im Wege, wie aus einer Studie von ene't hervorgeht. Seit Jahresanfang hätten fast alle Netzbetreiber die Gebühren, die Drittanbieter für die Nutzung der Stromnetze zahlen müssen, erhöht.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hückelhoven (red) - Um durchschnittlich 7,8 Prozent seien die Netzkosten seit Jahresbeginn gestiegen, wie die ene't GmbH in einer jetzt vorgelegten Studie zur Entwicklung der Netzentgelte ermittelte.

Die Kosten für die Netznutzung machen rund ein Drittel des Strompreises aus, Lieferanten führen sie an die Netzeigentümer ab und legen sie auf ihre Abnehmer um. Die steigenden Netzentgelte machen derzeit Nachkalkulationen auf Seiten der Stromhändler erforderlich, so ene't. Dies sei einer der Gründe dafür, dass Endverbraucher immer noch nicht von den gefallenen Großhandelspreisen für Strom profitieren können.

Netzentgelte um bis zu 30 Prozent erhöht

Nachdem die Netzentgelte bis Ende 2008 dreieinhalb Jahre gesunken waren, gehe der Trend nach der Umstellung der staatlichen Kontrolle auf die "Anreizregulierung" in die entgegengesetzte Richtung. Die Einführung der Anreizregulierung bringe mit sich, dass Netzbetreiber wieder mehr Gewinne aus dem Leitungsgeschäft erwirtschaften können.

"Insbesondere die vier Übertragungsnetzbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW hätten ihre Netzentgelte zum Teil um über 30 Prozent erhöht, was bei allen Stromlieferanten zu höheren Kosten führe", meint Regulierungsexperte Prof. Dr. Uwe Leprich von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.

Die ene't Energieberatung und Dienstleistung GmbH ist als Informationsdienstleister für über 300 Energieversorger tätig.