Energiewende

Netzausbau geht nur langsam voran

Trotz des großen Bedarfs an Höchstspannungsleitungen sind in diesem Jahr bisher nur 94 Kilometer hinzugekommen. Das geht aus einer Aussage von Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Baake hervor. Dabei gilt der Netzausbau als eine Notwendigkeit für die Energiewende.

Stromnetz© Volker Werner / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Im laufenden Jahr sind trotz des großen Bedarfs bisher nur 94 Kilometer an neuen Höchstspannungsleitungen gebaut worden. Das geht aus einer Antwort von Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Baake auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Oliver Krischer hervor.

Energieleitungsausbaugesetz mit 24 Projekten

Dabei geht es um die 2009 im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) festgelegten 24 Projekte, die sich auf eine Gesamtlänge von aktuell 1.877 Kilometern belaufen. Bisher sind erst rund 400 Kilometer fertiggestellt, bis 2016 rechnen die Übertragungsnetzbetreiber mit der Fertigstellung von lediglich 40 Prozent. Zunächst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über den weiterhin schleppenden Stromnetzausbau berichtet. Allerdings liegt der diesjährige Ausbau immer noch fast doppelt so viel wie im ganzen Jahr 2013.

Trassen-Gegner auch aus der Politik

Ein Grund sind Einwände und Planungsverzögerungen. "Das ist eine Bankrotterklärung der Bundesregierung für den dringend notwendigen Netzausbau", meinte Grünen-Fraktionsvize Krischer. Das verwundere nicht, wenn mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der CSU "sogar eine Koalitionspartei populistisch die Notwendigkeit des Netzausbaus infrage stellt und alles blockiert". In der Diskussion geht es um eine Höchstspannungsleitung von Sachsen-Anhalt nach Meitingen in Schwaben, die Teil der wegen des Atomausstiegs bis 2022 beschlossenen Neubauprojekte ist (Bundesbedarfsplangesetz).

Drei große Trassen

Dieses sieht vor, zusätzlich zu den EnLAG-Projekten bis 2022 drei große Stromtrassen mit 2800 Kilometern Länge in den Süden zu bauen, um unter anderem Windstrom hierhin zu transportieren. Hier könnte es aber wegen der Proteste noch zu Anpassungen kommen - und damit auch zu weiteren Verzögerungen. Wegen der Stilllegung der Atomkraftwerke werden die Leitungen aber als essenziell angesehen. Baake versprach, man wolle den Dialog mit betroffenen Anwohnern intensivieren.

Quelle: DPA