Pläne

Netzausbau: Erdkabel sollen schneller vorankommen

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will den Ausbau von Offshore-Windanlagen vorantreiben und die Verlegung von Erdkabeln für den Netzausbau stärker vorantreiben. Zudem soll der Stromtransit vereinfacht und die Solarförderung schon früher eingeschränkt werden als geplant.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - "Die nächste Anpassung der Fördersätze ist zum 1. Januar 2012 geplant. Wir sollten ernsthaft prüfen, ob wir hier nicht schon vorher tätig werden", sagte der Minister am Dienstag in Berlin. Er werde sich in enger Abstimmung mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für einen Ausgleich der Interessen einsetzen. An erster Stelle stünden die Interessen der Verbraucher. "Die Kosten dürfen nicht weiter explodieren. Deswegen brauchen wir einen klaren Abbau der Überförderung", sagte Brüderle.

In diesem Jahr werden die Verbraucher voraussichtlich gut 13 Milliarden Euro für die Förderung der erneuerbaren Energien bezahlen. Allerdings müssten sich auch die Hausbesitzer und die Industrie auf Zusagen verlassen können, fügte der Minister hinzu. Die Wirtschaft brauche Berechenbarkeit, damit sie kalkulieren könne. Im vergangenen Jahr waren die Solar-Fördersätze bereits stärker als ursprünglich geplant gekürzt worden. Die Details dazu aber waren wochenlang innerhalb der Koalition umstritten. Insbesondere Bayern und die östlichen Bundesländer hatten sich dagegen ausgesprochen.

Brüderle sprach sich für einen verstärkten Ausbau von Offshore-Windanlagen aus. Der Minister kündigte an, dass die Bundesregierung ein KfW-Kreditprogramm von fünf Milliarden Euro auflegen wolle, um damit Finanzierungsproblemen entgegenzuwirken.

Auch das Energieleitungsausbaugesetz solle kurzfristig geändert werden, damit zügig die Erdverkabelung erprobt werden könne, fügte Brüderle hinzu. "Sie kann für sensible Teilabschnitte eine Alternative darstellen." So kämen Erdkabel-Pilotprojekte beim Netzausbau schneller voran. Erdkabel sind im allgemeinen drei Mal so teuer wie Hochspannungsmasten.

Brüderle verlangte weiterhin "freie Fahrt für den Strom aus unseren europäischen Nachbarländern". Deutschland sei das zentrale Transitland in Europa. Daher forderte Brüderle den Ausbau der "Grenzkuppelstellen" zum Ausland. So könnten Engpässe zu den Nachbarn verringert werden.