Energiesicherheit

Netzagentur: Zeit für Stromnetz-Ausbau verrinnt

Die Stromnetze in Deutschland sind das Fundament der Energiewende. Und genau da hapert es: Die Bundesnetzagentur warnt davor, dass die Zeit für den Ausbau abläuft. Einige Reservekraftwerke sieht die Behörde dabei als systemrelevant an.

Stromnetz© mik ivan / Fotolia.com

Bonn (dpa/red) - Die Bundesnetzagentur hat einen schnellen Ausbau der Stromnetze in Deutschland angemahnt. "Uns läuft allmählich die Zeit davon", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichtes. Allein der Bau der Thüringer Strombrücke, die 2016 in Betrieb gehen soll und auf einer Strecke und 165 Kilometer Strom von Norden nach Süden transportiert, habe sieben Jahre gedauert. Ungleich komplexer sei die geplante Südlink-Stromtrasse, die als Herzstück der Energiewende gilt und ebenfalls Strom von Norden nach Süden leiten soll. Noch seien die Zeitpläne für den Netzausbau zu halten, wenn die politische Unterstützung hierfür nicht nachlasse, meinte Homann.

Wie viele Reservekraftwerke sind nötig?

Groß geschrieben wird bei der obersten Aufsichtsbehörde über die Energie-, Telekom-, Post- und Eisenbahnmärkte auch eine sichere Energieversorgung: So seien aktuell 51 Kraftwerksblöcke zur Stilllegung bei der Bundesnetzagentur angemeldet worden, davon 33 endgültig.

Als systemrelevant seien 15 Kraftwerksblöcke eingestuft worden, das heißt: Auf sie müssen die Netzbetreiber im Bedarfsfall zurückgreifen können. Für das Vorhalten von Reservekraftwerken wurden nach weiteren Angaben der Behörde 2014 knapp 72 Millionen Euro ausgegeben worden. Hinzu kommen Arbeitskosten für die tatsächliche Nutzung, die noch ermittelt werden müssten.

Mobilfunkfrequenzen werden am 27. Mai versteigert

Im Rampenlicht steht die Bundesnetzagentur in diesem Jahr mit einer großen Auktion von Mobilfunkfrequenzen. Diese werde trotz Klagen planmäßig am 27. Mai beginnen, sagt Homann. Zuvor hatten mehrere potenzielle Neueinsteiger gegen das Vorgehen der Behörde geklagt. Sie fühlten sich gegenüber den zugelassenen Mobilfunkkonzernen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica benachteiligt, hatten sich erst gar nicht beworben oder wurden nicht zugelassen. Auch Betreiber von drahtlosen Mikrofonanlagen, die dann in ein anderes Frequenzspektrum umziehen müssten, hatten sich beschwert.

Mit den neuen Nutzungsrechten im Mobilfunk, darunter auch Frequenzen, mit welchen die Branche in den 90er Jahren ihre Erfolgsgeschichte antrat, soll sich die Versorgung der Bevölkerung mit schnellen Internetzugängen verbessern.

Quelle: DPA