Gutachten

Netzagentur will Preiszonen für Strom verhindern

Die Bundesnetzagentur lehnt die Schaffung mehrerer Preiszonen für Strom in Deutschland ab. Diese Diskussion gefährde den geplanten Netzausbau und schade dem Wettbewerb in Deutschland und Europa. Im Marktgebiet Deutschland-Österreich sei kein struktureller und nachhaltiger Engpass zu verzeichnen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (dapd/red) - Das sagte Matthias Kurth, Präsident der Netzagentur, bei der Vorstellung eines Gutachtens zur Bedeutung von Preiszonen für den Strommarkt am Montag in Bonn.

Anlass für das Gutachten war laut Bundesnetzagentur die im europäischen Ausland geäußerte These, in Deutschland bestünden strukturelle Netzengpässe, die durch eine Aufteilung des deutsch-österreichischen Großhandelsmarkts in mehrere Preiszonen, dem sogenannten Market Splitting, behoben werden sollten.

Schlecht für Wettbewerb und Netzausbau

Die Einführung einer Marktteilung würde zudem die Marktmacht großer Stromerzeuger in einem Maße erhöhen, das für einen funktionsfähigen, effektiven Wettbewerb nicht mehr tragbar wäre. Eine Teilung des deutschen Markts hätte Kurth zufolge tendenziell auch einen negativen Effekt auf den unstreitig dringend benötigten Netzausbau zur Integration des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms. Eine Marktteilung würde einen hohen Aufwand und hohe Investitionen von allen Beteiligten erfordern, die dann für den Netzausbau nicht mehr zur Verfügung stünden. Außerdem würde dann ein nachvollziehbarer Druck entstehen, dass sich die Investitionen in die Marktteilung auch lohnen sollen und deshalb auch der notwendige Netzausbau unterbleiben solle.

Eine Marktteilung könnte zwar zu einem geringfügig effizienteren Kraftwerkseinsatz führen. Im Vergleich zu den Nachteilen in Gestalt des Risikos ineffizienter Investitionen, einer geringeren Marktliquidität sowie der Marktmachtsgefahren auf Erzeuger- und Großhandelsebene falle dieser Nutzen allerdings deutlich weniger ins Gewicht.