Stromversorgung

Netzagentur: Reservekraftwerke weiter unentbehrlich

Laut der Bundesnetzagentur werden im kommenden Winter deutlich größere Stromreserven benötigt als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist die Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld. Deshalb sind weiter viele Reservekraftwerke nötig, um die Stromversorgung zu sichern.

Strommast© Bernd Boscolo / pixelio.de

Bonn (dpa/red) - Deutschland braucht wegen des stockenden Stromnetzausbaus für den Winter weiter erhebliche Reservekapazitäten bei der Stromerzeugung. Wie die Bundesnetzagentur am Montag bestätigte, liegt der Bedarf für den bevorstehenden Winter 2015/2016 bei mindestens 6700 Megawatt - das ist mehr als doppelt so viel wie 2014/2015. Grund für den Zuwachs sei unter anderem die Abschaltung des Atomkraftwerkes Grafenrheinfeld in Bayern in diesem Jahr. Ein Großteil der Leistung sei allerdings bereits gesichert, teilte die Behörde mit. Die Kapazitäten werden unter anderem in Österreich vertraglich festgelegt, aber nur sehr selten abgerufen.

Kapazitäten sind da - aber Transportleitungen fehlen

Eigentlich gibt es in Deutschland weit mehr Erzeugungskapazität als die 60.000 bis 70.000 Megawatt, die im Land im Schnitt gebraucht werden. Es fehlt aber an Transportleitungen von den großen Windstromerzeugern im Norden in Richtung Süden und zunehmend auch in den Südosten der Republik. Auch 2016/17 soll der Reservebedarf mit mindestens 6600 Megawatt hoch sein, wie die Bundesnetzagentur mitteilt. Kraftwerksbetreiber können sich für die Aufnahme in die Kraftwerksreserve bewerben.

Kraftwerksbetreiber wollen mehr Geld

Derzeit sind viele Kraftwerke in Deutschland wegen mangelnder Rentabilität vorübergehend stillgelegt oder dauerhaft eingemottet. Energiekonzerne beklagen aber, dass die Bezahlung für die Reservekraftwerke nicht ausreiche.

Quelle: DPA