Regulierung

Netzagentur moniert eklatant unterschiedliche Wasserpreise

Die Bundesnetzagentur spricht sich für eine einheitliche Regulierung des Wassermarkts in Deutschland aus. Die öffentliche Aufsicht sei unzureichend, sagte Präsident Matthias Kurth der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe). Die kommunalen Unternehmen sprachen sich erwartungsgemäß dagegen aus.

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Osnabrück/Berlin (dapd/red) - "Die zuständigen Landeskartellbehörden kontrollieren Versorger nur punktuell und nicht nach einheitlichen Maßstäben", kritisierte er.

Preise unterscheiden sich massiv

Kurth sagte, die Folge sei, dass sich die Preise für Trink- und Abwasser regional eklatant unterschieden. Vielerorts wechselten Versorger zudem ihre Rechtsform, um Kontrollen zu umgehen. "Gebührensatzungen für kommunale Eigenbetriebe unterliegen keiner Kontrolle durch die Kartellämter", erklärte Kurth.

Er sprach sich dafür aus, den Wassermarkt nach einheitlichen Kriterien zu ordnen. Dann könne der Wasserpreis sinken und das Netz modernisiert werden.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) wies den Vorstoß Kurths zurück. Bereits 2010 habe die Bundesregierung Regulierungsforderungen im Wasserbereich eine klare Absage erteilt, erklärte der Verband am Dienstag in Berlin. Dies sollte auch die Bundesnetzagentur als nachgeordnete Behörde zur Kenntnis nehmen, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

VKU: Unterschiede sind berechtigt

Ein Vorteil für die Verbraucher sei aus Sicht der VKU nicht zu erkennen. Hinter dem Lebensmittel Wasser stehe eine Vielzahl von Dienstleistungen, die von Ort zu Ort sehr unterschiedlich seien. Dies führe zwangsläufig zu unterschiedlichen Preisen, sagte Reck.