Gekündigt

Netzagentur leitet Aufsichtsverfahren gegen Care Energy ein

Netzbetreiber 50Hertz kündigte wegen offener Posten den Vertrag mit Stromanbieter Care Energy. Kunden in Hamburg und Ostdeutschland fallen dadurch vorerst in die Grundversorgung zurück. Gleichzeitig leitete die Bundesnetzagentur ein Aufsichtsverfahren gegen die Stromfirma ein.

Care Energy AGCare Energy will ausstehende EEG-Umlagen nicht bezahlen.© Care Energy AG

Berlin - Ein Teil der Kunden des Hamburger Stromanbieters Care Energy wird bis auf weiteres von seinem Grundversorger beliefert. Wie der Netzbetreiber 50Hertz am Dienstag in Berlin mitteilte, hat er den Vertrag mit der Care Energy AG, in der die Stromentnahme aus dem Netz geregelt ist, zum 28. Juni gekündigt. Grund dafür seien ausstehende Zahlungen für Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für die Monate März und April.

Care Energy verweigert die Zahlung der EEG-Umlage

Care Energy hatte am Montag mitgeteilt, das Unternehmen halte Umlagenforderungen und Energiemengenberechnungen von 50Hertz für überzogen. Man habe deshalb von sich aus "mit sofortiger Wirkung sämtliche Lieferantenrahmenverträge und Bilanzkreisverträge" im Bereich von 50Hertz gekündigt, hieß es.

Kunden fallen in die Grundversorgung

Davon betroffen seien die Kunden in Ostdeutschland und Hamburg, ihre Zahl ließ die Firma offen. Sie fielen "während der Klärphase in die Grundversorgung", für die daraus folgenden Mehrkosten werde Care Energy aufkommen.

Bundesnetzagentur ermittelt gegen Care Energy

Die Bundesnetzagentur leitete ein Aufsichtsverfahren gegen Care Energy ein. Ermittelt wird wegen Verdachts der fehlenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit nach Energiewirtschaftsgesetz. Care Energy muss nun bis Mitte Juli unter anderem darüber Auskunft geben, wie viele Kunden in die Ersatzversorgung fielen. Die Aufsichtsbehörde verlangt zudem Jahresabschlüsse, Informationen über die Qualifikation der Care-Energy-Mitarbeiter sowie Führungszeugnisse und Schufa-Auskunft des Vorstands.

Update: enviaM versorgt ersatzweise rund 30.000 Kunden

Die Ersatzversorgung von rund 30.000 Kunden übernimmt Stromversorger enviaM, teilte das Unternehmen mit Sitz in Chemnitz am Mittwoch mit.

Durch die Vertragskündigung durch 50Hertz würde die Netznutzung durch den Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom eingestellt. Betroffene Kunden würden in den kommenden Tagen schriftlich benachrichtigt.

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Quelle: DPA