Keine Verstaatlichung

Netzagentur gegen Einstieg des Staates beim Hochspannungsnetz

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat sich gegen einen Einstieg des Staates beim Hochspannungsnetz für Strom ausgesprochen. "Der Ruf nach dem Staat ist nicht notwendig", sagte Kurth der "Financial Times Deutschland".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (ddp/sm) - "Wir können die Balance zwischen den Notwendigkeiten einer sicheren Stromversorgung, den notwendigen Investitionen und dem Einsatz von privaten Kapital halten", betonte der Präsident. Dafür brauche die Netzagentur keine Verstaatlichung. Allerdings könne privates Kapital helfen, die Infrastruktur zu mobilisieren.

Erst in der vergangenen Woche hatte E.ON angekündigt, sich von seinem Übertragungsnetz zu trennen. Unterdessen kritisierte der Chef der regierungseigenen Deutschen Energieagentur (Dena), Stephan Kohler, die Regulierungspraxis der Bundesnetzagentur. Offenbar sei durch die Regulierung der Netze inzwischen der "Anreiz nicht mehr besonders groß, sich auf diesem Gebiet wirtschaftlich zu betätigen", erklärte Kohler dem "Handelsblatt". Zudem werde aktuellen Untersuchungen zufolge die beim Netzausbau rechnerisch notwendige Eigenkapitalverzinsung in der Praxis nicht realisiert.

Kurth wies nach Angaben des "Handelsblattes" diese Beschuldigungen zurück. "Der mögliche Versuch, eine unternehmenspolitisch begründete Entscheidung nachträglich der Stromnetzregulierung in die Schuhe zu schieben, kann nur scheitern", sagte er dem Blatt.