Befürchtungen

Netzagentur-Chef warnt vor Gefahren für Stromversorgung

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, warnt kurz vor dem Energiegipfel am kommenden Montag vor einer Gefahr für die Stromversorgung wegen fehlender Neubauten. Einige Zusagen der Stromwirtschaft würden nicht eingehalten, so Kurth.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Kurth weise darauf hin, dass weder der Bau konventioneller Kraftwerke noch der Ausbau der Netze im notwendigen Umfang vorankämen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) vorab unter Berufung auf ein Schreiben Kurths. Dies könne die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa erheblich tangieren.

Die Stromwirtschaft hatte dem Blatt zufolge Zusagen für erhebliche Investitionen in neue Kraftwerke gemacht. Doch diese würden nach Einschätzung der Netzagentur nicht eingehalten, schrieb die Zeitung. So habe der Strom-Verband VDEW für die Zeit 2007 bis 2012 Kraftwerks-Projekte von rund 30 000 Megawatt gemeldet. Konkrete Baubeschlüsse lägen nach Auskunft der Unternehmen allerdings erst für 10 000 Megawatt vor, im Bau seien erst 7000 Megawatt. Deshalb sei heute schon absehbar, dass die von der Elektrizitätswirtschaft bis 2012 konkret in Aussicht gestellten 20 000 Megawatt erheblich verfehlt würden.