Jahresprognose bekräftigt

Nettogewinn bei RWE halbiert sich im ersten Quartal

RWE hat einen deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal hinnehmen müssen. Der Gewinn brach im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund von Belastungen aus dem Emissionshandel und der Netzregulierung um rund die Hälfte auf 809 Millionen Euro ein, wie der Konzern mitteilt.

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Essen (ddp/sm) - Zusätzlich hätten sich weitere Abschreibungen bei der US-Tochter American Water negativ ausgewirkt. Laut RWE-Chef Jürgen Großmann befindet sich der Versorger jedoch in einem "positiven Gesamttrend". An der Prognose für 2008 werde festgehalten.

Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis im ersten Quartal verringerte sich den Angaben zufolge leicht von 1,38 Milliarden auf 1,42 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um drei Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um zehn Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Analysten lagen mit ihren Prognosen leicht über den RWE-Ergebnissen. Sie hatten im Mittel mit einem Umsatz von 13,47 Milliarden Euro, einem Betriebsergebnis von 2,63 Milliarden Euro und einem Nettoergebnis von 826 Millionen Euro gerechnet.

Das Unternehmen begründete den Rückgang beim Betriebsergebnis mit den Kürzungen der deutschen Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur, den seit Jahresanfang verschärften Rahmenbedingungen im Emissionshandel und dem schlechteren Handels-Geschäft. Zudem habe der unglückliche Börsengang von American Water mit Belastungen in Höhe von 600 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

RWE zeigte sich zuversichtlich, in den kommenden Quartalen aufholen zu können. Der Konzern bekräftigte, dass das Betriebsergebnis und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dieses Jahr mindestens auf der Höhe des orjahres bleiben. Das Nettoergebnis werde leicht unter dem Niveau des vergangenen Jahres von 2,66 Milliarden Euro liegen, beim bereinigten "nachhaltigen" Gewinn werde hingegen ein Plus um mehr als zehn Prozent erwartet. Der Außenumsatz werde sich erhöhen.

Der RWE Konzern unterteilt sich in mehrere Geschäftsbereiche, unter anderem RWE Energy, RWE nPower, RWE Supply&Trading, RWE Power und American Water. In der Handelssparte RWE Supply&Trading brach nach Unternehmensangaben das operative Ergebnis um 78 Prozent auf 81 Millionen Euro ein. Auch bei der Vertriebstochter RWE Energy ging das Ergebnis zurück. Hier machten sich der Verlust von weiteren 200.000 Kunden im Quartal bemerkbar. Laut Finanzvorstand Rolf Pohlig seien die Kundenverluste jedoch im Verlauf der ersten drei Monate geringer geworden. Dazu habe vor allem ein neues Festnetzangebot beigetragen.

Neue Kunden will RWE nach eigenen Angaben vor allem mit der Discounttochter eprimo gewinnen. Dafür soll die Marke in Zukunft stärker beworben werden. Die Kraftwerkssparte RWE Power verzeichnete ein erfolgreiches erstes Quartal und legte trotz gestiegener CO2-Kosten beim Betriebsergebnis um 7,4 Prozent zu.

Die britische Tochter RWE nPower drückte aufgrund des schwachen britischen Pfundes das Quartalsergebnis der Muttergesellschaft um 70 Millionen Euro. Laut Analysten schnitt nPower besser ab als die britischen Sparten der Wettbewerber E.ON und EdF.