Rückzieher

Nepal muss auf Wasserkraftwerk verzichten

Trotz Strommangels wird ein geplantes Wasserkraftwerk in Nepal nun doch nicht gebaut. Der Statkraft-Konzern aus Norwegen hat zwar bereits zehn Millionen Euro ausgegeben, aber die fehlende Infrastruktur und die politische Lage führten laut Unternehmen zum Rückzieher.

Wasserkraft© Gieri / Fotolia.com

Kathmandu (dpa/red) - Ein norwegisches Unternehmen hat den Bau eines Wasserkraftwerks in Nepal trotz Strommangels in dem Himalaya-Land abgeblasen. Als Gründe führte der Statkraft-Konzern unter anderem zunehmende bürokratische Hürden und die instabile politische Lage an. Das 1,4 Milliarden Euro teure Projekt hätte eine Leistung von 650 Megawatt erbracht. In Nepal, das zu den 20 ärmsten Ländern der Welt gehört, sind lange Stromabschaltungen seit Jahren die Regel.

Zurzeit gibt es sogar in der Hauptstadt Kathmandu nur wenige Stunden am Tag Strom. Die Transformatoren gehen häufig kaputt, weil die Bewohner sich elektrische Kocher kaufen, seit es wegen einer Blockade der Grenzübergänge von Indien kaum noch Kochgas im Land gibt. Eine Lösung des politischen Konflikts ist derzeit nicht in Sicht.

Kraftwerk hat bereits zehn Millionen gekostet

Statkraft hatte den Zuschlag für das Kraftwerk Tamakoshi-3 im Jahr 2007 erhalten. Mit dem Bau wurde noch nicht begonnen, doch seien zehn Millionen Euro ausgegeben worden, sagte Statkrafts Nepal-Direktor Sandip Shah am Mittwoch. Nepal habe bislang kaum Infrastruktur zur Weiterleitung des Stroms geschaffen. "Und wir können nicht erkennen, dass das in naher Zukunft passiert", sagte Shah.

Quelle: DPA