AKW-Laufzeiten

Neckarwestheim I könnte bald vom Netz gehen

Der Energieversorger EnBW denkt über eine baldige Schließung des Kraftwerks Neckarwestheim nach. Als Grund nannte man die hohen Kosten für eine Nachrüstung und die Entwicklung der Strompreise. Die Zusatzkosten würden dem Versorger zufolge einen Weiterbetrieb unrentabel machen.

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Karlsruhe (red) - Gerade erst hat die Regierung den Atomkonzernen nachgegeben und die Laufzeitverlängerung für Deutschlands Atomkraftwerke bekanntgegeben, da denkt bereits der erste Energieversorger darüber nach, ein Karftwerk aus eigenem Antrieb abzuschalten. Angespornt durch den Erfolg, den die Drohungen der Energieversorger auf die Bundesregierung hatten, bemängelt EnBW nun, dass die Umsetzung des neuen Atomgesetzes zu lange dauern würde.

Entwicklung der Strompreise und Nachrüstungskosten zu hoch

Vermutlich erfolgt die Umsetzung des Gesetzes erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. EnBW würde erst dann von einer Laufzeitverlängerung des Kraftwerks Neckarwestheim I profitieren. Das dauert dem Energiekonzern aber zu lange. Die aktuelle Entwicklung der Strompreise in Verbindung mit Erzeugungsvollkosten und den Kosten für die Nachrüstung sowie die Kernbrennstoffsteuer würden laut Angaben, die EnBWChef Hans-Peter Villis gegenüber der Stuttgarter Zeitung machte, zu einem Umsatzminus führen.

EnBW will seine Investitionen jetzt prüfen

Deswegen denkt der Konzern derzeit darüber nach, das Atomkraftwerk Neckarwestheim abzuschalten. Gerade die Kernbrennstoffsteuer belaste die EnBW, bezogen auf die kleinen Kernkraftwerke, stärker als die großen Energieversorger, wenn das Atomgesetz wie geplant umgesetzt würde. Der Versorger will seine Investitionen deshalb sorgfältig prüfen und gegebenenfalls Neckarswertheim schließen.