Naturstrom AG plant Aufbau weiterer Geschäftsfelder

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Düsseldorfer Naturstrom AG hat nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 1999 eine marktführende Position unter den Ökostromanbietern aufbauen können. Die Gesamtsituation im Strommarkt sei in 1999 von einer deutlich unter den Erwartungen liegende Wechselbereitschaft der Kunden sowie zahlreichen rechtlich nicht geklärten Fragen beim Wechsel des Stromanbieters geprägt gewesen. Dies hat zu einem unter den ursprünglich Erwartungen liegenden Ergebnis der Naturstrom AG geführt, heißt es in der Pressemitteilung. Für das laufende Geschäftsjahr zeichne sich jedoch eine positive, dynamische Entwicklung des Stromhandels ab. Darüber hinaus plant das Unternehmen den Aufbau weiterer Geschäftsfelder, insbesondere den Betrieb eigener Erzeugungsanlagen.


Die Naturstrom AG hat das Geschäftsjahr 1999 mit einem Jahresumsatz von 531 000 Mark und einem Fehlbetrag von 2,413 Millionen Mark abgeschlossen. "Das Ergebnis spiegelt die in 1999 insgesamt enttäuschende Entwicklung auf dem liberalisierten Strommarkt wieder. Der Ökostrom-Markt hat erst im laufenden Geschäftsjahr richtig angezogen", so Ralf Bischof, Vorstand der Naturstrom AG, im Vorfeld der ordentlichen Hauptversammlung am 31. August in Düsseldorf. Mit einem Auftragsbestand von rund 5 Millionen Kilowattstunden habe man Ende 1999 gemeinsam mit den Kooperationspartnern dennoch einen Marktanteil von mehr als 15 Prozent erreicht. Bereits im letzten Quartal des vergangenen Jahres konnte eine deutliche Belebung der Neukundenzugänge verzeichnet werden, die sich im laufenden Geschäftsjahr in einem exponentiellen Wachstum fortgesetzt hat. Der überwiegende Anteil der Kunden bestehe aus privaten Haushalten (95 Prozent) sowie aus Unternehmen des Kleingewerbes (5 Prozent). Seit Beginn diesen Jahres konnten auch zunehmend Geschäftskunden gewonnen werden. "Bei unverändertem Trend der Neukundenzugänge wird der Stromabsatz bis Ende 2000 nahezu um das Siebenfache steigen und zu einer Verfünffachung der Umsatzerlöse führen", so Ralf Bischof zu der positiven Geschäftsentwicklung im Stromhandel. "Und die von den Energiepolitikern der Regierungsfraktion für 2001 angekündigte Ökosteuerbefreiung für Strom aus erneuerbaren Energien wird den Ökostrommarkt zusätzlich beflügeln." Es habe sich bewährt, auf starke Partner zu setzen: Insgesamt konnten seit Beginn diesen Jahres sieben neue Kooperations- und Vertriebspartnerschaften vereinbart werden, unter anderen mit drei weiteren Stadtwerken sowie den Umweltverbänden Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU).


Über den Stromhandel hinaus haben Aufsichtsrat und Vorstand der Naturstrom AG Pläne zum Aufbau neuer Geschäftsfelder entwickelt. "Wir wollen uns Schritt für Schritt zum integrierten Versorgungsunternehmen für erneuerbare Energien entwickeln", so Ralf Bischof. Zu diesen neuen Geschäftsfeldern gehört insbesondere der Betrieb eigener Erzeugungsanlagen, wofür zur Zeit günstige wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen bestehen. Mit ihnen soll die Wertschöpfung pro Kunde deutlich gesteigert und die Gewinnschwelle eher erreicht werden, als es über den reinen Stromhandel möglich wäre. Langfristig sollen neben Strom auch andere erneuerbare Energieträger in den Energiemix aufgenommen werden. Zur Realisierung dieser Planungen werden Aufsichtsrat und Vorstand der Naturstrom AG auf der Hauptversammlung am 31. August neben einer Satzungsänderung auch eine öffentliche Kapitalerhöhung vorschlagen.