Naturschutzgroßprojekt

Naturschutz: Perspektive für altes Braunkohlerevier

Auf einer Fläche von knapp 3700 Hektar soll in den ehemaligen Braunkohletagebauen Laubusch und Bluno in der Nähe von Hoyerswerda ein Refugium für seltene oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entstehen. Kürzlich besuchte Umweltminister Trittin das Gebiet und sprach sich für eine umfassende Förderung aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat Ende vergangener Woche gemeinsam mit dem sächsischen Umweltminister Steffen Flath und dem Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Hartmut Vogtmann, das Naturschutzgrossprojekt "Lausitzer Seenland" besucht, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Wie BfN-Präsident Hartmut Vogtmann dabei erläuterte, bedeutete der Zusammenbruch der Braunkohleindustrie zu Beginn der 90er Jahre den Verlust vieler regionaler Arbeitsplätze. Für die betroffenen Regionen, die sich im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Wandel befänden, seien die entstehenden Seenlandschaften ein Impuls zur wirtschaftlichen Stärkung und touristischen Entwicklung.

Auf einer Fläche von knapp 3700 Hektar soll in den ehemaligen Braunkohletagebauen Laubusch und Bluno in der Nähe von Hoyerswerda ein Refugium für seltene oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entstehen. Ein wesentliches Ziel des Großprojektes ist, das große Potenzial zur Wiederbesiedlung dieser Landschaft mit wild lebenden Tieren und Pflanzen zu zeigen. Im übrigen dient dieses Vorhaben dazu, mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass Bergbaufolgelandschaften ohne menschliches Zutun für lange Zeit Wüsten bleiben würden.

In der ersten Phase des Projekts soll mit der intensiven Beteiligung der Menschen vor Ort ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet werden, aus dem dann die Naturschutzkonzepte entwickelt werden sollen. Danach ist die konkrete Umsetzungsphase geplant, für die das Bundesumweltministerium mehr als acht Millionen Euro einkalkuliert hat. An diesem Vorhaben beteiligen sich auch die Deutsche Umwelthilfe sowie der Freistaat Sachsen finanziell.